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Allergien bei Babys und Kleinkindern erkennen und vorbeugen

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Mit der Geburt unseres Sohnes im vorletzten Jahr, der vor allem als Baby zu trockener und geröteter Haut neigte, haben wir uns intensiv mit dem Thema Allergien auseinandergesetzt.

Für uns ist dieses Thema auch wichtig, weil in unserer Familie Allergien vorkommen und wir verhindern wollen, dass unser Sohn ebenfalls darunter leidet. Und vielleicht geht es dir als (werdende) Mutter oder Vater genauso.

Deshalb habe ich einen ausführlichen Artikel geschrieben, in dem ich die wichtigsten Fragen zum Thema Allergie bei Babys und Kleinkindern versuche zu beantworten: Wie entstehen Allergien? Was kann ich dagegen tun, dass mein Baby oder Kleinkind Allergien bekommt? Wie hoch ist das Allergierisiko bei meinem Kind? Und wie erkenne ich Allergien überhaupt?

1. Was ist eine Allergie?

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Körpers auf eine eigentlich unschädliche, körperfremde Substanz. Der Körper bildet Antikörper aus, um den Stoff zu bekämpfen, wodurch dieser zum Allergen wird. Die Reaktion betrifft vorwiegend die „Grenzflächen“ des Körpers, also Regionen, die stark mit der Umwelt in Kontakt stehen, wie die Haut, die Atemwege oder den Magen-Darm-Trakt. Verbreitete Formen von Allergien sind Heuschnupfen, Neurodermitis, Nahrungsmittelallergien und Asthma.

Schätzungen zufolge leidet in Deutschland jeder vierte bis fünfte an einer Allergie. Davon leiden ca. 80 bis 90 % an einer Pollenallergie, jeweils um die 40 % reagieren allergisch auf Hunde / Katzen oder Hausstaub und 10 bis 20 % auf Schimmelpilz. Am häufigsten schlägt sich eine Allergie in Heuschnupfen oder Neurodermitis nieder.

Auch Kinder und Jugendliche sind zunehmend von Allergien betroffen. Etwa 20 % von ihnen leiden an einer Allergie, wobei auch hier Heuschnupfen und Neurodermitis am häufigsten vorkommen. Während Jungen eher von Heuschnupfen und Asthma betroffen sind, erkranken Mädchen häufiger an Neurodermitis.

1.1 Ein Thema, das fast jeden betrifft – uns auch

Viele Menschen in Deutschland und weltweit leiden an Allergien. Und auch wir sind betroffen: Finn hatte als Kind starke Neurodermitis und während ich zum Glück nicht betroffen bin, leidet meine Mutter an sehr starkem Asthma. Sie hat immer einen Notfall-Inhalator dabei und ich habe erlebt, wie es ist, wenn sie einen Anfall hat und keine Luft mehr bekommt.

Vor der Geburt unseres Sohnes haben wir uns tatsächlich wenige Gedanken um Allergien und das Allergierisiko gemacht. Da ich zum Glück nie geraucht habe und wir uns in der Regel recht gesund ernähren, war das nun nicht so schlimm. Trotzdem hat unser Sohn anscheinend die Haut vom Papa geerbt. Er hat sehr trockene Haut und neigt dazu, Ausschlag zu bekommen. Als er ganz klein war, hatte er oft rote Flecken am Körper, die wir mit speziellen Salben einreiben mussten.

Zum Glück entwickelt sich seine Haut momentan sehr gut und die roten Stellen sind alle verschwunden. Trotzdem fühlt man deutlich, wie trocken seine Haut ist und ich bin mir sicher, dass wir da stets gut drauf achten müssen.

Ich habe ihn lange gestillt (und erst nach 15 Monaten eher unfreiwillig abgestillt) und hoffe natürlich, ihn dadurch unterstützt zu haben. Letztendlich werden wir aber sehen, was passiert, wenn er irgendwann in Stresssituationen kommt. Auf jeden Fall hat das Thema Allergien für uns durch ihn eine neue Aktualität bekommen.

2. Wie entstehen Allergien?

Wie genau eine Allergie entsteht und welches Kind eine bekommt, kann man heute nicht sagen. Klar ist aber, dass sowohl die Umwelt als auch die Gene eine Rolle spielen.

So haben Kinder, deren direkte Verwandte (Mutter, Vater, Geschwister) eine Allergie haben, ein deutlich erhöhtes Risiko ebenfalls an einer Allergie zu erkranken, wie diese Infografik zum Thema Allergierisiko zeigt (die volle Infografik und weitere Informationen zur Allergie-Vorbeugung findest du auf der Seite Allergierisiko bei babyservice.de):

Babyservice Infografik zum Allergierisiko

2.1 Die Hygienehypothese

Während man früher dazu riet, Kinder möglichst sauber und steril aufwachsen zu lassen, stellt man diesen Ansatz mittlerweile in Frage. Dass weiterhin stetig mehr Menschen an Allergien erkranken, scheint diesen Ansatz zu widerlegen. 1989 formulierte der englische Wissenschaftler Davis Strachan aufgrund dessen die „Hygienehypothese“.

Sie besagt, dass es sogar gut für den menschlichen Organismus ist, wenn er frühzeitig und regelmäßig in Kontakt mit verschiedenen Stoffen und auch Erregern kommt. So wird das Immunsystem befähigt zwischen harmlosen Komponenten und gefährlichen Keimen zu differenzieren, was Allergie bei Kindern verhindern solle. Allerdings ist diese These bisher nicht belegt.

3. Allergien vorbeugen

Natürlich möchten alle Eltern das Beste für ihr Kind und eine Allergie (vor allem in der frühen Kindheit) gehört sicher nicht dazu. Generell gilt zwar, dass wir es nicht komplett in der Hand haben, ob ein Kind eine Allergie entwickelt oder nicht, es gibt aber einige Dinge, die man vorsorglich machen kann, um das Risiko zu senken:

3.1 Allergie in der Schwangerschaft vorbeugen

Schon in der Schwangerschaft kann die werdende Mutter einiges tun, um das Allergierisiko für ihr Ungeborenes deutlich zu senken:

  • Rauchen
    Wer vor der Schwangerschaft geraucht hat, sollte spätestens ab Bekanntwerden (am besten natürlich schon vorher!) mit dem Rauchen aufhören. Rauchen während der Schwangerschaft erhöht das Allergierisiko für das Kind deutlich und kann darüber hinaus zu weiteren Komplikationen führen.
  • Ernährung
    In der Schwangerschaft ist eine ausgewogene und gesunde Kost wichtig. Das Ungeborene profitiert schon im Bauch von einer abwechslungs- und nährstoffreichen Kost der Mutter.
  • Schadstoffe
    In der Schwangerschaft empfiehlt es sich nicht mehr mit ausdünstenden Stoffen in Kontakt zu kommen. Egal ob Farben, bestimmte Putzmittel oder giftige Schimmelpilze, all diese Stoffe bergen das Risiko die Plazentaschranke zu überwinden und so in den Kreislauf des Babys zu gelangen.

3.2 Allergie bei Babys vorbeugen

Auch wenn die Hygienehypothese besagt, dass Kontakt mit verschiedenen Stoffen gut ist, sollte man bedenken, dass Babys in den ersten Tagen und Wochen sehr empfindlich sind. Viele körpereigene Schutzmechanismen müssen erst ausgebildet werden und bis dahin ist es wichtig zu bedenken, dass Babys erst einmal einen gewissen Schutz brauchen.

  • Ernährung
    Nicht nur die Haut von Neugeborenen hat noch keine so starken Barrieren, auch die Darmschleimhaut ist noch sehr viel durchlässiger. Die falsche Nahrung kann hier großen Schaden anrichten und bei Babys mit einem erhöhten Allergierisiko zu einer Allergie führen. In den ersten 4 bis 6 Monaten ist daher das ausschließliche Stillen die Ernährungsform der Wahl. Denn Muttermilch enthält nur wenig artfremdes Eiweiß aus der Nahrung der Mutter. Somit lernt das Immunsystem des Babys langsam, mit diesen Stoffen umzugehen. Nur wenn Stillen nicht oder nicht voll möglich ist oder von der Mutter nicht gewollt ist, sollte Säuglingsnahrung gefüttert werden. Babys, die ein erhöhtes Allergierisiko haben, sollten in Absprache mit dem Arzt eine hypoallergene Säuglingsnahrung (HA-Nahrung) erhalten, die klinisch geprüft wurde. Einen Anhaltspunkt kann hier die sogenannte GINI-Studie geben.
  • Schadstoffe
    Darüber hinaus ist auch eine rauchfreie und schadstoffarme Umgebung wichtig, um Allergien bei Babys zu verhindern. Eltern sollten in den Wohnräumen möglichst gar nicht rauchen und die Räume sollten frei von Schimmelpilzen sein. Da auch viele Farben ausdünstende Stoffe enthalten, sollten die Räume nach Möglichkeit in der ersten Zeit nicht frisch gestrichen werden und auch Möbel sollten schon Zeit zum Ausdünsten bekommen haben.
  • Haustiere
    Allergie-Experten raten derzeit dazu keine Haustiere mit Fell (Hund, Katze etc.) neu anzuschaffen, wenn gerade ein Baby geboren wurde und dieses ein erhöhtes Risiko für eine Allergie hat.

3.3 Allergie bei Kleinkindern vorbeugen

Je älter das Baby wird, desto stärker wird auch sein Immunsystem. Nun kommt tatsächlich die Zeit, in der es sinnvoll sein kann dem Kind mehr Kontakte zu fremden Stoffen zu ermöglichen. Auch hier bleibt jedoch wichtig, dass die Eltern stets im Blick haben, was ungefährlich ist und wo die Gesundheit des Kindes geschützt werden muss.

  • Ernährung
    Ab dem fünften bis sechsten Monat kann man langsam mit der Beikost beginnen. Es wird empfohlen, mit Gemüse zu beginnen (Möhre, Pastinake, Kürbis). Zu Beginn sollten neue Lebensmittel Schritt für Schritt nacheinander eingeführt werden, damit Unverträglichkeiten schnell identifiziert werden können. Mittlerweile wird empfohlen, auch bei Kindern mit einem erhöhten Allergierisiko die Beikost wie empfohlen einzuführen – also potenziell allergieauslösende sollten nicht gemieden werden (Fisch oder Getreide).
  • Haustiere
    Ab dem Zeitpunkt wenn ein Kind krabbeln kann, sind meist auch Tiere (eigene oder Tiere von Besuchern) nicht mehr sicher. Wenn keine Allergie vorliegt, ist der Kontakt unter Aufsicht sinnvoll.

4. Typen von Allergien

Es gibt verschiedene Typen von Allergien. Diese machen es teils schwer die Ursache für eine Allergie zu bestimmen, da nicht bei jedem Typ die Reaktion direkt auf den Kontakt mit dem Allergen folgt.

4.1 Verzögerter Typ

Beim verzögerten Typ tritt die Reaktion auf das Allergen schleichend und zeitversetzt auf. Dadurch ist es schwer, die eigentliche Ursache in Erfahrung zu bringen. So könnte es sein, dass man den Tag über einen Hund streichelt und später auf einer Wiese mit Gräsern spielt. Am Abend werden dann Symptome einer allergischen Reaktion sichtbar (die Augen schwellen an, Ausschlag, juckende Nase). Nun ist es schwierig festzustellen, wodurch diese Reaktion ausgelöst wurde.

4.2 Soforttyp

Beim Soforttyp kommt es hingegen innerhalb von Sekunden oder Minuten zur Überreaktion des Immunsystems. Wenn man auf Hundehaare allergisch reagiert, stellt sich schon kurz nach dem Kontakt mit dem Hund die allergische Reaktion ein. Dies macht es einfacher, die Ursache zu identifizieren, birgt dafür aber das Risiko des anaphylaktischen Schocks.

4.2.1 Anaphylaktischer Schock

Eine besonders dramatische Reaktion des Soforttyps ist der anaphylaktische Schock. Wahrscheinlich haben viele schon davon gehört und fürchten sich gar davor. Hier tritt die Reaktion innerhalb weniger Minuten bis Sekunden ein und ist dabei ungewohnt heftig.

Im Extremfall kommt es zum Kreislaufversagen mit Todesfolge, bei leichteren Formen betreffen die Symptome eher die Haut, Bronchien oder die Blutgefäße. Auslöser kann zum Beispiel eine Medikamenteninjektion oder ein Bienenstich sein. Bei einem anaphylaktischen Schock ist es wichtig, dass umgehend ein Notarzt gerufen wird.

5. Eine (Lebensmittel-) Allergie erkennen

Eine Allergie äußert sich meist über die Haut, die Atemwege oder den Magen-Darm-Trakt. Da die Reaktion nicht bei jeder Allergie direkt auftritt, ist es zum Beispiel bei der Einführung neuer Nahrungsmittel wichtig, etwas Zeit vergehen zu lassen, in der keine zusätzlichen neuen Lebensmittel angeboten werden.

Am besten ist es neue Lebensmittel am Morgen einzuführen. So kann man den Tag über beobachten, ob das Kind diese gut verträgt. Auch der Windelinhalt sollte stets im Blick behalten werden (hier muss natürlich nichts untersucht werden, Auffälligkeiten nimmt man als Elternteil in der Regel zuverlässig und schnell wahr).

Sollte das Kind mit einem Ausschlag, Durchfall oder anderen Symptomen reagieren, ist es sinnvoll, dieses Lebensmittel erstmal weg zu lassen, mit seinem Kinderarzt darüber zu sprechen und nach möglichen Alternativen zu suchen.

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