Kinder kriegen damals und heute: 2000 vs. 2017

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Kinder kriegen damals und heute: 2000 vs. 2017
© dolgachov / Bigstock.com

Heute habe ich einen sehr interessanten Gastbeitrag von einer wundervollen Freundin. Sie erwartet momentan ihr drittes Kind. Ihre ersten beiden Kinder sind mittlerweile 16 und 17 Jahre alt. Sie erzählt uns heute etwas darüber, wie Zeiten sich ändern:

Ich versuche mal die Unterschiede von 2001 / 2002 zu heute aufzuschreiben.

Schwangerschaft

Bei Kevin (meinem ersten Kind) und Robin (meinem zweiten Kind) hatte ich mehr Untersuchungen. Der Mutterpass war komplett voll. In dieser Schwangerschaft hatte ich bis heute (36. Schwangerschaftswoche) gerade mal 11 Untersuchungen.

Dafür hatte ich aber keine extra Untersuchungen. Heutzutage machen das ja fast alle Eltern um sicher zu gehen, dass das Kind gesund zur Welt kommt. Damals hat man gar nicht an so etwas gedacht, nur in bestimmten Fällen wurde überwiesen.

Früher habe ich während der Schwangerschaft ganz viel gearbeitet, also bei Kevin von morgens um 8 Uhr bis 18 Uhr. Immer wurde ein Auge auf mich geworfen, ob es mir gut ginge. Bei Robin war ich noch im Mutterschutz, in der 31 Schwangerschaftswoche bin ich umgefallen und wurde krank geschrieben. Mein Exmann hat damals sofort unbezahlten Urlaub bekommen.

Heute sagt meine Ärztin mir, bei niedrigen Blutdruck könne man nicht umkippen, die Frauen sollen sich bewegen. Ich finde das schwierig und habe sogar erlebt, dass in meinen Schwimmkurs eine Frau aufgrund ihres Blutdruck kollabiert und schwer gestürzt ist. Manchmal habe ich da den Eindruck, dass vor 16 Jahren mehr Rücksicht auf die körperlichen Befindlichkeiten genommen wurde.

Früher habe ich auch keine Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel genommen – heute heißt es man soll Folsäure und Vitamine zusätzlich nehmen.

Früher durfte die Frau rauchen, Sekt/Bier oder Wein trinken (natürlich in Maßen). Im Gegenteil war eine Frau Raucherin wurde ihr abgeraten sofort aufzuhören, da es dem Kind eher schaden könnte. Hatte man niedrigen Blutdruck war Sekt eine richtige Empfehlung.

Babyausstattung

Bei Kevin und Robin kostete ein Kinderwagen zwischen 200 und 300 €. Die ganzen Marken von heute gab es nicht. Die meisten hatten Hauck oder die besser gestellten Teutonia. Ach übrigens gebrauchte Babysachen: das gab es nicht 😀 Die Leute mussten alles neu haben besonders für ihr erstes Kind. Alles war bis zur 36 Schwangerschaftswoche gewaschen und gebügelt im Schrank.

Es gab keine Beistellbetten sondern Wiegen für 100 € komplett mit Bettwäsche. Babys haben nach der Wiege gelernt alleine im Zimmer zu schlafen, es wurde einfach ein Babyphone aufgestellt.

Hygieneartikel

Darauf hat man komplett verzichtet. Babys wurden nicht eingecremt, da es schädlich sei.

Gläschen / Brei

2000 / 2001 brauchten wir kein extra Kocher, ein Topf tat es auch (an so etwas hat damals noch niemand gedacht, zumindest nicht in meinem Bekanntenkreis). Babywasser hat niemand gekauft, da wir sauberes Wasser in der Leitung haben.

Betreuung während und nach der Geburt

Bei der Geburt gab es eine PDA nur, wenn die werdende Mutter sie verlangt hat, das Krankenhaus lehnte es prinzipiell ab. Damals wurde noch darauf verwiesen, dass man nicht wisse, welche Langzeitschäden diese für Frauen und Babys mit sich bringen könnte.

Früher musste man nach der Entbindung so schnell wie möglich aufstehen und laufen. Trotzdem wurde man nicht so schnell aus dem Krankenhaus entlassen: Wenn man spontan entbunden hat, blieb man vier Tage, nach einem Kaiserschnitt acht.

Früher wurden die Säuglinge fast täglich gewogen um festzustellen ob die Muttermilch satt macht. Nicht jede Frau hat alle Nährstoffe in sich. Früher hat aber auch keine Hebamme einem geraten was man essen oder machen soll, damit die Mutter und das Kind genügend Nährstoffe bekommen.

Anmerkung: Diese Eindrücke sind natürlich subjektiv und bestimmt hat auch einiges damit zutun, dass meine Freundin selbst sich geändert hat. Ich finde diesen Beitrag dennoch sehr spannend und denke, dass er einige interessante Veränderungen aufzeigt.

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10 KOMMENTARE

  1. Meine Kinder sind jetzt 6 Jahre auseinander und ich würde mal sagen selbst da liegen Welten zwischen, was ich alles erlebt habe. Von der Dauer der zu bearbeitenden Dokumente bei den Ämtern, bis zur Behandlung beim Frauenarzt oder gar viele neue Dinge rund ums Thema Baby die es nun zu kaufen gibt (Manches ist Schrott aber manches genial!)..

    • Oh ja, dass es mittlerweile teils ewig dauert, bis irgendwelche Anträge bearbeitet sind, habe ich auch schon gehört. Bei uns war das zum Glück kein Problem, aber das stelle ich mir wirklich nervig vor!

  2. Ich finde den Artikel sehr spannend!

    Während meiner Schwangerschaft wurde ich viel von meiner Mutter begleitet, auch zu Untersuchungen. Natürlich hat sie da auch viel verglichen und Unterschiede aufgezählt, aber 1988/89 und 2016 ist noch mal ein ganz anderes Zeitfenster.
    Deshalb finde ich es gerade sehr faszinierend, dass es zwischen 2002 und 2017 auch noch so gewaltige Unterschiede gibt. Auf der einen Seite mehr Umsicht in Blick auf das Baby, aber auf der anderen Seite weniger Untersuchungen und weniger Rücksicht auf die werdende Mutter.

    • Oh ja, meine Mama hat mir auch ein bisschen was erzählt (ich bin auch 89 geboren 🙂 ) und das finde ich auch immer spannend! Und irgendwie denke ich manchmal, dass das Jahr 2000 doch noch gar nicht so lang her ist aber 17 Jahre sind dann doch schon ne lange Zeit (wir werden alt 😀 ). Ich bin auch gespannt, was sich in den nächsten Jahren alles so tun wird.
      Liebe Grüße
      Nele

      • Auch 89, das ist ja lustig
        Du hast aber im Sommer Geburtstag, richtig? Ich bin schon ziemlich am Jahresanfang dran!
        Meine Cousine ist im Jahr 2000 geboren worden, deshalb hab ich es immer relativ deutlich vor Augen wie die Zeit rast…
        Wir werden über die Gruppe wahrscheinlich noch einiges erfahren und da ich die Erste in meinem Freundeskreis mit Baby bin, werde ich bestimmt noch das ein oder andere erzählt bekommen, was sich verändert hat.

  3. Da sieht man mal, was die „Maschinerie Schwangerschaft / Baby“ mittlerweile so alles bewirkt hat. Es ist ein nahezu kompletter Industriezweig entstanden mit Vermarktung etc. Fängt in den Arztpraxen an und hört beim Babyzubehör auf.

    Es wird weniher untersucht, aber im gleichen Zug werden Schwangere immer mehr verunsichert. Und später die Mami’s.

    Bleibt einem nur auf sein eigenes Bauchgefühl zu hören!

    • Oh ja, die Firmen haben schnell mitbekommen, dass Mamas (und Papas) für ihre Babys und Kinder seeehr viel Geld ausgeben! Es ist immer gut, sich das immer mal wieder bewusst zu machen 😀
      Bauchgefühl ist eh oft das Beste <3

  4. 2003 habe ich mein ersten Sohn bekommen und es war alles anders.
    Es wurde nicht gesagt man darf dies und das nicht Essen.
    Was 2014 und 2017 mit einen Merkblatt angedeutet wurde.
    Damals hatte ich auch nicht so viele untersuchungen.
    Jetzt bei denn letzten beiden war mein Mutterpass voll.

  5. Ich sehe auch unterschiede, meine kinder sind 17,8,6. Zur Zeit bin ich in der 28 Ssw und einem wird mehr Angst gemacht. So viele Untersuchungen sprich Feststellungen hatte ich bei den anderen nicht. Musste schon Progesteron nehmen, Eisen, nehm täglich meine Vitamine. Zuckertest war positiv und das Baby soll dennoch zu schwer sein.

    Beim ersten bin ich zur Untersuchung und das wars, keine extra Pillen und Zuckertest obwohl ich mich als Jugendliche nicht immer optimal ernährt habe.

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