Männlicher Vorname mit Bedeutung, Herkunft, Aussprache und mehr.
Die ungarische Namensform Endre ist in der fachlichen Literatur nicht einfach mit András gleichzusetzen. József Vekerdi hat in der Zeitschrift Magyar Nyelv die lateinische Chroniküberlieferung zu dem Árpáden bekannt, der später als I. András König wurde. In der im 14. Jahrhundert kompilierten Képes Krónika heißt dieser Mann vor der Krönung durchgängig Endre dux. Nach der Krönung steht Andreas rex. Dreizehnmal bleibt Endre unflektiert. Nur wo das Latein einen Akkusativ oder Ablativ verlangt, weicht der Schreiber auf Andreas aus. Vekerdi sieht darin den älteren, vermutlich vorchristlichen Rufnamen, nicht eine nachträgliche Kürzung des Apostelnamens.
Urkunden des 12. Und 13. Jahrhunderts führen Endere und Endre nebeneinander. Die auf 1204 datierte Urkunde hat bereits die kürzere Form Endre. 1225 erscheinen zwei Brüder als Endre und Andreas. Das spricht gegen bloße Schreibvarianten desselben Taufnamens. Der deutsche Endres scheidet als Quelle aus, weil er im deutschen Namenschatz des 11. Und 12. Jahrhunderts fehlt. Behind the Name führt Endre vorsichtig als mögliche ungarische Form von Andreas, lässt aber eine vorchristliche Herkunft offen.