Einnistungsschmerz: Mythos oder Wirklichkeit?

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Einnistungsschmerz
© Neokryuger / Bigstockphoto.com

Gibt es den Einnistungsschmerz wirklich oder ist er nur ein Mythos? Vor allem Frauen, die sich sehnlichst ein Baby wünschen, weisen darauf hin, dass sie die Einnistung gespürt haben. Wann dieser Schmerz auftreten kann und wie er sich anfühlt, erfährst du hier.

1. Was ist die Einnistung?

Als Einnistung bezeichnet man den Vorgang, bei welchem es sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut gemütlich macht. Erst wenn diese Abgeschlossen ist, ist die Eizelle mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden und kann so mit Nährstoffen und Vitaminen versorgt werden.

In der Fachsprache wird die Einnistung als “Nidation” bezeichnet, weshalb Ärzte auch eher von Nidationsschmerz sprechen. Zeitlich ist es so, dass zunächst der Eisprung stattfindet (etwa 14 Tage nach dem ersten Tag deiner letzen Menstruation), dann wird diese befruchtet (dies ist innerhalb von ca. 48 Stunden nach dem Eisprung möglich).

Anschließend wandert die Eizelle durch den Eileiter in die Gebärmutter. Dort kommt sie zwischen dem vierten und siebten Tag nach dem Eisprung an und die Einnistung beginnt. Bis diese komplett abgeschlossen ist, kann es bis zu vier Tage dauern.

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Die Zeit der Einnistung ist eine sehr kritische Zeit. Nicht jede befruchtete Eizelle schafft es auch sich einzunisten. Sollte es nicht geklappt haben, bekommt die Frau ihre Periode, in den allermeisten Fällen ohne dass sie von der möglichen Schwangerschaft wusste.

Erst wenn sich die Eizelle erfolgreich eingenistet hat, beginnt die Produktion von hCG, dem Schwangerschaftshormon, das für Schwangerschaftstests genutzt wird. Allerfrühestens ab diesem Zeitpunkt kann ein Schwangerschaftstest positiv anzeigen.

2. Kann man die Einnistung spüren?

An sich ist die befruchtete Eizelle winzig. Sie ist nicht einmal so groß wie ein Mohnkorn und man könnte sie nur mithilfe eines sehr guten Mikroskops erkennen. Darum richtet die Eizelle in der Regel auch kaum Schaden an, wenn sie sich in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Trotzdem ist es natürlich möglich, dass sie dabei auf einen Nerv trifft, was die Frau eventuell spürt.

Besonders Frauen, die einen starken Kinderwunsch haben und sehr auf ihren Körper achten, neigen dazu den Einnistungsschmerz zu spüren. Ob es sich dabei tatsächlich um diesen handelt oder etwas anderes Auslöser für den Schmerz ist, kann kaum mit Sicherheit gesagt werden.

In Kinderwunsch-Foren wird manchmal gar liebevoll davon gesprochen, dass “sich der Krümmel schön festbeißen soll”, ob solche Formulierungen dazu beitragen, dass man eher einen Einnistungsschmerz erwartet, ist unsicher, scheint prinzipiell aber plausibel.

Klar ist jedoch, dass letztendlich erst der positive Schwangerschaftstest Auskunft darüber geben kann, ob die Einnistung tatsächlich stattfand und erfolgreich war. Der Einnistungsschmerz allein gilt als nicht sicheres Schwangerschaftsanzeichen.

3. Wann treten Einnistungsschmerzen auf?

Einnistungsschmerzen gehen mit der Einnistung einher. Da diese aber von Frau zu Frau unterschiedlich lang dauert und zudem nicht alle befruchteten Eizellen zeitgleich den Weg durch die Eileiter zur Gebärmutter schaffen, ist das Zeitfenster relativ groß.

Als Daumenregel kann man wahrscheinlich nehmen, dass Einnistungsschmerzen frühestens vier Tage und spätestens elf Tage nach dem Eisprung zu spüren sein sollte. Alles, was weit davor oder danach kommt, ist wohl eher auf andere Umstände zurück zu führen.

Wer nicht weiß, wann genau der Eisprung stattgefunden hat, kann die durchschnittliche Zykluslänge der letzten Monate nehmen und davon 14 abziehen. Dies ist jedoch nur ein grober Richtwert, wer seinen Eisprung genau bestimmen will, sollte am besten auf Ovulationstests oder Methoden der natürlichen Familienplanung zurückgreifen.

4. Wie lange dauert der Einnistungsschmerz an?

Die Dauer des Schmerzes variiert von Frau zu Frau stark. Da man sich hierbei lediglich auf die Auskünfte von Frauen berufen kann, die angeben die Einnistung gespürt zu haben, gibt es allerdings keine verlässlichen Daten.

Grob kann man sagen, dass im Grunde Vieles möglich ist: Manche Frauen spüren nur recht kurz etwas, andere spüren über einige Tage hinweg immer mal wieder den leichten Schmerz.

Allerdings sollte man immer bedenken, dass Schmerzen, die über Tage nicht besser (vielleicht sogar schlimmer werden) auch durch andere Dinge ausgelöst werden können. Wenn die Schmerzen über einen längeren Zeitraum nicht besser werden, suche bitte zeitnah einen Arzt auf, damit ausgeschlossen werden kann, das tatsächlich etwas nicht stimmt.

5. Symptome des Einnistungsschmerzes

Da die befruchtete Eizelle wirklich winzig ist, handelt es sich beim Einnistungsschmerz meist nicht wirklich um einen Schmerz. Viel eher beschreiben betroffene Frauen ein Ziehen oder Stechen im Unterleib, dass meist kurz anhält und entweder einmalig bleibt oder in unregelmäßigen Abständen wiederkehrt.

Dabei ist diese Stechen lokal auf den unteren Bauchraum begrenzt (auf die Region, in der die Gebärmutter liegt) und strahlt nicht wie andere Schmerzen (z. B. Menstruationsschmerzen) in andere Körperregionen aus. Manchmal können Frauen sogar erfühlen, ob das Stechen eher mittig, etwas weiter links oder rechts auftritt.

Übrigens: An der Stelle, an der sich die Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet, wird später die Plazenta entstehen!

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