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Verhütung ohne Hormone: 12 Methoden, um hormonfrei zu verhüten

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Verhütung ohne Hormone
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Viele Frauen würden gerne hormonfrei verhüten, doch von der Pille loszukommen ist manchmal gar nicht so einfach. Die Alternativen sind entweder unbekannt oder haben (oft zu unrecht!) einen schlechten Ruf.

Ich habe den Versuch gewagt, die Pille abgesetzt und mit einem Verhütungscomputer verhütet. Hier habe ich zusammengefasst, welche Möglichkeiten es gibt, ohne Hormone zu verhüten und welche Erfahrungen ich gemacht habe.

1. Meine Erfahrung: Wie ich selbst ohne Hormone verhütet habe

Noch während meines Studiums haben mein Mann Finn und ich entschieden, dass die Pille nicht das richtige Verhütungsmittel für uns ist. Wir vermuteten damals, dass ich durch die Hormone unter extremen Stimmungsschwankungen und regelmäßigen Kopfschmerzen litt. Gemeinsam entschieden wir, dass wir schauen wollen, ob dies sich ohne die Pille verbessert.

Nach langer Suche im Internet (zum damaligen Zeitpunkt war der Trend „Verhütung ohne Hormone“ noch nicht wirklich existent), haben wir uns für einen Verhütungscomputer (damals noch den cyclotest baby, das Nachfolgemodell cyclotest myWay gab es damals noch nicht) entschieden.

Hormonfrei verhüten mit dem cyclotest myWay

Wir haben diesen Computer gewählt, da er deutlich sicherer als zum Beispiel der Persona und die Anwendung recht unkompliziert ist. Sechs Monate lang habe ich den Computer genutzt, wobei wir am Anfang den ganzen Zyklus über zusätzlich mit Kondom verhütet haben.

Ohne die Hormone der Pille ging es mir insgesamt deutlich besser. Die Stimmungsschwankungen reduzierten sich enorm und auch mit Kopfschmerzen hatte ich von da an nur noch selten Probleme.

Mit dem Verhütungscomputer kam ich sehr gut zurecht, ich habe mich aber zeitgleich intensiv mit meinem Zyklus auseinander gesetzt und habe die Auswertung des Computers immer auch ein wenig „kontrolliert“. Wenn ich zum Beispiel wusste, dass die Messung nicht sehr genau war, weil ich die Zeit nicht eingehalten habe, habe ich die Ergebnis besonders kritisch betrachtet.

Ich hatte irgendwann ein gutes Gefühl für meinen Zyklus und fühlte mich mit dem Computer sicher. Dies muss jedoch jedes Paar für sich entscheiden. Anschließend haben wir den Computer übrigens für den Kinderwunsch genutzt, die Anschaffung hat sich für uns also doppelt gelohnt.

Falls ich dein Interesse zu Verhütungscomputern geweckt habe: Eine Übersicht über verschiedene Modelle, Vor- und Nachteile sowie weiteres Hintergrundwissen findest du in meinem ausführlichen Ratgeberartikel Verhütungscomputer-Vergleich: 6 Modelle im Überblick.

2. Welche Verhütungsmittel ohne Hormone gibt es?

Methoden zur Verhütung ohne Hormone gibt es mehr als ich dachte. Einige, wie das Kondom, kennt dabei eigentlich jeder, viele andere sind den meisten jedoch unbekannt.

Die folgenden Tabellen geben einen Überblick über natürliche, hormonfreie Verhütungsmethoden und deren Sicherheit (angegeben mit dem Pearl-Index, kurz PI, der angibt, wie viele Frauen von 100, die mit einer bestimmten Methode ein Jahr lang verhüten, schwanger werden).

Achtung: Die Pearl-Index biete eine erste Orientierung, wie sicher und wirksam einzelne Verhütungsmethoden sind, ist aber oft nur bedingt aussagekräftig. So gibt es keine festgelegten Regeln zur Durchführung der Studien, z. B. in puncto Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs, Stichprobengröße oder ob Anwendungsfehler mit eingerechnet werden oder nicht. Bitte beachte immer, dass die Sicherheit einer Verhütungsmethode entscheidend davon abhängig ist, wie verantwortungsvoll und gewissenhaft du sie einsetzt.

2.1 Methoden der natürlichen Familienplanung

„Natürliche Familienplanung“ (NFP) basiert darauf, dass man körperliche Symptome der fruchtbaren und unfruchtbaren Zeit während des Zyklus überwacht und dokumentiert. Diese Daten kann man dann sowohl dazu nutzen, zu verhüten, als auch schneller schwanger zu werden.

Vorteile dieser Methoden sind, dass man meist keine Hilfsmittel (abgesehen von einem Zettel, Stift und ggf. einem Thermometer) benötigt und dass einige diese Methoden bei richtiger Anwendung sehr sicher sind. Von Nachteil ist hingegen, dass man seinen Zyklus stets kontrollieren und bei der Auswertung einiges beachten muss.

Basaltemperaturmethode

Basaltemperaturmethode zur natürlichen Verhütung

So funktioniert's: Die Basaltemperaturmethode (oft auch nur Temperaturmethode genannt) ist eine hormonfreie Verhütungsmethode der natürlichen Familienplanung, die darauf basiert, dass nach dem Eisprung die Basaltemperatur etwas ansteigt. Daraus lassen sich die fruchtbaren Tage bestimmen, an denen Sex vermieden oder zusätzlich mit Kondom oder einer anderen Barriere-Methode verhütet werden sollte.

Vorteile: Man benötigt keine Hilfsmittel außer Stift, Zettel und Basalthermometer, man lernt den eigenen Zyklus besser kennen, gute Vorbereitung auf die Kinderwunschzeit, komplett natürliche Verhütung ohne Hormone oder medizinischen Eingriff

Nachteile: Erfordert Disziplin und Konsequenz, da die Basaltemperatur regelmäßig jeden Morgen gemessen werden muss, Enthaltsamkeit oder Verhütung mit Barriere-Methode an fruchtbaren Tagen erforderlich, störende Einflüsse auf Basaltemperatur müssen bei der Auswertung berücksichtigt werden

Kosten: 10-20 € (einmalig, für ein Basalthermometer)

Pearl-Index: 0,8 – 3

Zervixschleimmethode

Mit der Zervixschleimmethode ohne Hormone verhüten

So funktioniert's: Bei der Zervixschleimmethode untersucht man den Zervixschleim am Scheideneingang oder direkt am Muttermund. Da sich dessen Konsistenz im Laufe des Zyklus durch den Östrogeneinfluss in Farbe und Konsistenz verändert, gibt dies Auskunft über den Zeitpunkt des Eisprungs.

Vorteile: Man benötigt keine Hilfsmittel, man lernt den eigenen Zyklus besser kennen, gute Vorbereitung auf die Kinderwunschzeit, komplett natürliche Verhütung ohne Hormone oder medizinischen Eingriff

Nachteile: Nicht geeignet als alleinige Verhütungsmethode, Erfordert Disziplin und Konsequenz, da der Zervixschleim regelmäßig beobachtet werden muss, Zervixschleimveränderungen sind nicht bei allen Frauen beobachtbar, störende Einflüsse auf Zervixschleim (z. B. schleimlösende Medikamente) müssen bei der Auswertung berücksichtigt werden

Kosten: keine

Pearl-Index: 5

Symptothermale Methode

Symptothermale Methode als Alternative zur Pille

So funktioniert's: Die symptothermale Methode kombiniert die gemessene Basaltemperatur mit der Beobachtung der Zervixschleimveränderung im Verlauf des Zyklus. Die zwei Parameter dienen der doppelten Kontrolle und führen bei richtiger Anwendung zu einer zuverlässigen Verhütungsmethode ohne Hormone, die häufig bei der natürlichen Familienplanung genutzt wird

Vorteile: Man benötigt keine Hilfsmittel außer Stift, Zettel und Basalthermometer, man lernt den eigenen Zyklus besser kennen, gute Vorbereitung auf die Kinderwunschzeit, komplett natürliche Verhütung ohne Hormone oder medizinischen Eingriff

Nachteile: Erfordert Disziplin und Konsequenz, da Zervixschleim regelmäßig beobachtet und Basaltemperatur jeden Morgen gemessen werden muss, Enthaltsamkeit oder Verhütung mit Barriere-Methode an fruchtbaren Tagen erforderlich, störende Einflüsse auf Basaltemperatur und Zervixschleim müssen bei der Auswertung berücksichtigt werden

Kosten: 10-20 € (einmalig, für ein Basalthermometer)

Pearl-Index: 0,3

Verhütungscomputer

Verhütungscomputer

So funktioniert's: Verhütungscomputer sind eigentlich keine eigenständige hormonfreie Verhütungsmethode, sondern ein Hilfsmittel für die Methoden der natürlichen Familienplanung. Sie sind komfortabler als Zettel und Stift, da sie Basaltemperaturmessungen (und ggf. weitere Eisprung-Merkmale) automatisch auswerten und grafisch aufbereiten sowie an die regelmäßige Messung erinnern.

Vorteile: Du lernst den eigenen Zyklus besser kennen, gute Vorbereitung auf die Kinderwunschzeit, längerfristig günstiger als viele andere Verhütungsmittel, nach der Anschaffung entstehen keine weiteren Kosten

Nachteile: oft teuer in der Anschaffung, erfordert Disziplin und Konsequenz, Enthaltsamkeit oder Verhütung mit Barriere-Methode an fruchtbaren Tagen erforderlich

Kosten: 200-400 € (einmalig)

Pearl-Index: 0,6 – 6 (je nach Modell und Art des Computers)

2.2 Barriere-Methoden

Barriere-Methoden sind nichthormonelle Verhütungsmethoden, die dafür sorgen, dass die Spermien nicht zur befruchtbaren Eizelle gelangen können. Den Spermien wird somit ein Hindernis in den Weg gelegt, das sie möglichst nicht umgehen können.

Von Vorteil ist bei diesen Methoden, dass man sie nur einsetzt, wenn man tatsächlich Geschlechtsverkehr haben möchte, den Rest der Zeit braucht man nicht an diese zu denken. Nachteilig ist jedoch, dass man diese Mittel stets griffbereit haben muss, egal ob zu Hause oder unterwegs.

Kondome

Mit Kondomen hormonfrei verhüten

So funktioniert's: Kondome sind der Klassiker unter den hormonfreien Verhütungsmethoden und werden seit Jahrhunderten verwendet. Es gibt sie in verschiedenen Größen, Wandstärken und mit unterschiedlicher Beschichtung, z. B. Spermizide, Geschmacks-, Farb- und Duftstoffe. Sie sind günstig und einfach in der Anwendung: Mit den Fingern das Reservoir zusammendrücken, sodass die Luft entweicht, festhalten und anschließend das Kondom über den Penis abrollen.

Vorteile: Einfache Anwendung, günstig, leicht erhältlich, schützen auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten, gut kombinierbar mit der symptothermalen Methode, sicher bei konsequenter und korrekter Anwendung

Nachteile: Müssen steht's griffbereit sein, müssen richtig aufbewahrt werden, damit Sicherheit gewährleistet ist, können reißen (z. B. bei zu langen Fingernägeln), begrenztes Haltbarkeitsdatum, damit das Kondom richtig sitzt, muss man die passende Größe finden, unterbrechen den Ablauf beim Geschlechtsverkehr

Kosten: Einige Cent bis 1 € pro Stück (latexfrei oft teurer)

Pearl-Index: 2 – 12

Spermizide

Mit Spermiziden verhüten
So funktioniert's: Spermizide gibt es in Form von Creme, Gel, Scheidenzäpfchen, Vaginalfilm, beschichtete Kondome und Schaum. Sie enthalten Substanzen wie Nonoxynol-9, Octoxynol-9 oder Menfegol, die Spermien abtöten, bevor sie zur Eizelle gelangen können.

Vorteile: keine mechanische Beeinflussung

Nachteile: Allein nicht (!) geeignet zur Verhütung, empfohlen nur in Kombination mit einer anderen Barriere-Methode (Kondom, Diaphragma etc.), Schaumbildung, mögliche Reizungen oder Wärmegefühl auf Penis oder Vaginalschleimhaut

Kosten: 10 € pro Gelpackung

Pearl-Index: 3 – 21

Diaphragma

Natürliche Empfängnisverhütung mit Diaphragma

So funktioniert's: Ein Diaphragma (auch Scheidenpessar) ist eine weiche, runde Kappe, die aus Latex oder Silikon besteht und vor dem Sex in die Scheide der Frau eingelegt wird. Es verschließt den Muttermund und verhindert so das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter. Zusätzlich zum Diaphragma müssen Spermizide verwendet werden, da die empfängnisverhütende Wirkung des Diaphragmas nicht ausreicht. Nach dem Sex muss das Diaphragma mindestens 8 Stunden in der Scheide verweilen.

Vorteile: Anwendung bei Bedarf, eignet sich in Kombination mit der symptothermalen Methode

Nachteile: Ohne Spermizide nicht (!) zur Verhütung geeignet, Zuverlässigkeit abhängig vom genauen Sitz (nicht ohne vorherige Anpassung und Beratung verwenden!), muss auch nach dem Sex noch in der Scheide verweilen, Schaumbildung und mögliche Reizungen oder Wärmegefühl auf Penis oder Vaginalschleimhaut durch Spermizide

Kosten: Zwischen 20 und 60 € plus Verhütungsgel und ggf. Anpassung und Kontrolluntersuchung

Pearl-Index: 2-4 (ohne Spermizide bei 10-15)

2.3 Intrauterinpessare (IUP)

Intrauterinpessare, kurz IUP, auch vereinfacht als „Spiralen“ bezeichnet, sind Verhütungsmittel, die in die Gebärmutter eingesetzt werden und dort einige Monate bis mehrere Jahre verweilen.

Kupfer-IUPs

Hormonfreie Verhütung mit Kupfer-IUPs
So funktioniert's: Kupfer-IUPs sind hormonfreie Verhütungsmittel, die vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt werden und dort für einige Monate bis zu 5 oder sogar 10 Jahre verbleiben.

Es gibt sie in verschiedenen Formen und Ausführungen: Die Kupferspirale ist T-förmig und besteht aus Kunststoff, welcher mit Kupferdraht umwickelt ist. Der Kupferperlenball besteht aus einem kugelförmigen Drahtgebilde, auf den kleine Kupferperlen aufgefädelt sind. Die Kupferkette, die unter dem Markennamen Gynefix vertrieben wird, besteht aus Kupferringe, die an einem Nylonfaden aufgereiht sind. Manche Kupfer-IUPs bestehen auch aus einer Kupfer-Gold-Legierung, was die Haltbarkeit und Korrosionsbeständigkeit verbessern soll.

Vorteile: keine Anwendungsfehler möglich, sichere Langzeitverhütungsmethode, man muss sich nicht mehr so regelmäßig und häufig mit dem Thema Verhütung auseinandersetzen

Nachteile: muss vom Frauenarzt eingesetzt und entfernt werden, erfordert regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Frauenarzt, bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankeheiten, kann zu stärkeren Blutung oder Schmierblutungen führen (ist in der Regel nicht der Fall, wenn die Gebärmutter vom Arzt richtig vermessen und dann ein passendes Modell gewählt wird), Infektionsrisiko durch den erforderlichen medizinischen Eingriff

Kosten: 120 – 350 €

Pearl-Index: 0,9 – 3

2.4 Unsichere hormonfreie Verhütungsmittel

Hier sind alle Verhütungsmittel ohne Hormone aufgeführt, die deutlich unsicherer sind als die Barrieremethoden oder die Methoden der natürlichen Familienplanung und nicht zur Verhütung empfohlen sind.

Coitus interruptus

Beim Coitus interruptus, auch einfach nur „Aufpassen“ oder „Rückzieher“ genannt, zieht der Mann den Penis vor dem Orgasmus aus der Scheide der Frau und der Samenerguss findet außerhalb der Scheide statt.

Dies bietet jedoch keine ausreichende Sicherheit, denn erstens können schon vor der Ejakulation Spermien in die Scheide gelangen und zweitens schaffen Männer oder Jungen es nicht immer, rechtzeitig zurückzuziehen. Der Pearl-Index ist mit 8 – 38 auch entsprechend hoch.

Kalendermethode

Bei der Kalendermethode, auch Rhythmus- oder Knaus-Ogino-Methode (nach den beiden Ärzten Knaus und Ogino benannt) führt man über mindestens 6 Monate Buch über die eigenen Zyklen und errechnet aus dem kürzesten und längsten Zyklus die fruchtbaren Tage.

Dies ist keine besonders zuverlässige Methode, denn die fruchtbaren Tage werden nicht anhand von Eisprung-Merkmalen wie bei der symptothermalen Methode berechnet, sondern rein rechnerisch. Dies spiegelt sich auch im Pearl-Index wieder, der für die Kalendermethode bei 15 – 40 liegt.

3. Welche hormonfreie Verhütungmethode ist die richtige für mich?

Mit welcher Methode du am besten hormonfrei verhüten kannst, hängt vor allem von deiner Einstellung und deinem Charakter ab. Um eine sichere Wahl treffen zu können, ist es besonders wichtig, sich zunächst mit mehreren Methoden kritisch auseinander zu setzten. Einige Verhütungsmittel kann man aber auch von vornherein ausschließen.

Um sich für oder gegen eine Methode zu entscheiden, sollte man sich zunächst fragen, was man möchte: Wer sich nicht viele Gedanken über die Verhütung machen möchte, sollte zum Beispiel von der symptothermalen Methode eher absehen. Geeignet ist diese Methode vor allem für diejenigen, die ihren Körper und den eigenen Zyklus gerne besser kennen lernen möchten und eher diszipliniert sind.

Die Barriere-Methoden eignen sich dann besonders, wenn man sich nicht den ganzen Zyklus über mit dem Thema Verhütung auseinandersetzen möchte, sondern nur dann, wenn man Geschlechtsverkehr hat. Besonders geeignet zur Verhütung ohne Hormone ist das Kondom. Dieses schützt auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten, was insbesondere wichtig ist, wenn man den Sexualpartner öfter wechselt.

Kupfer Intrauterinpessare (IUP) wie Spirale, Kette oder Ball sind ebenfalls hormonfrei und sehr sicher. Sie werden in die Gebärmutter eingesetzt und bleiben dort für bis zu 5 Jahre (bestimmte Modelle sogar noch länger). Sie wirken, indem sie kontinuierliche Kupferionen abgeben, die den Zervixschleim verändern. Die genaue Wirkweise ist dabei bis jetzt nicht ganz klar. Empfohlen werden sie in der Regel Frauen, deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist, da mögliche Nebenwirkungen die Fruchtbarkeit beeinflussen können. So ist das Risiko für Entzündungen im Unterleib (die im schlechtesten Fall zur Unfruchtbarkeit führen kann) erhöht, ebenso wie das Risiko für Eileiterschwangerschaften oder Fehlgeburten.

Sinnvoll ist auch ein Gespräch mit deinem Frauenarzt, der dich noch besser über die verschiedenen hormonfreien Verhütungsmittel aufklären kann und dich persönlich kennt. Doch auch hier sollte man kritisch bleiben: Es gibt leider Ärzte, die noch nicht erkannt haben, dass es auch sichere Alternativen zur Pille gibt und auf dieser beharren. In diesem Fall sollte man sich überlegen, ob man nicht eventuell den Frauenarzt wechselt oder zumindest in punkto Verhütung noch einen anderen Arzt befragt.

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4. Daten und Fakten: Verhütung in Deutschland

Eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ergab, dass 55% der Erwachsenen die Pille zur Verhütung nutzen, 36% nehmen Kondome und etwa 11% haben sich eine Spirale einsetzen lassen. Seltener wird hingegen die Dreimonatsspritze und der Vaginalring (auch als „Nuva-Ring“ bekannt) genutzt (jeweils ca. 2%) und den Abschluss bilden die Temperatur-Methode, Hormonimplantate und der Baby- oder Zykluscomputer (je 1%). Sterilisieren ließen sich zudem 3% der Männer und 2% der Frauen.

Diese Zahlen spiegeln vor allem wider, dass die Pille in unserer Gesellschaft nicht nur als „DAS Verhütungsmittel schlechthin“ gilt, sondern auch dass Ärzte dieses Medikament schnell und gerne verschreiben. Heute gibt es jedoch immer mehr Frauen, die lieber hormonfrei verhüten wollen.

Dass das nicht immer so einfach ist, habe ich selbst festgestellt, als ich meinen Frauenarzt frage, was es für hormonfreie Alternativen zur Pille gibt und dieser mir daraufhin einen Verhütungsring (der Marke NuvaRing) verschrieb. Der enthält jedoch ebenso Hormone, im Unterschied zur Pille nimmt man diese jedoch nicht oral ein, sondern führt den Ring am Anfang des Monats in die Scheide und belässt ihn da für die kommenden 3 Wochen. In dieser Zeit gibt der Ring die Hormone kontinuierlich an den Körper ab. In der folgenden Zeit habe ich mich intensiv mit dem Thema Verhütung auseinandergesetzt und dabei einige überraschende Erkenntnisse gewonnen.

5. Warum ist es von Vorteil ohne Hormone zu verhüten?

Hormone haben in unserem Körper viele wichtige Funktionen. Damit diese ungestört ablaufen können, müssen die Hormone in genau der richtigen Konzentration vorliegen. Mit der Pille greift man massiv in den Hormonhaushalt der Frau ein, um zu verhindern, dass eine Schwangerschaft eintritt.

Problematisch hieran ist, dass nicht jede Frau dies gut verträgt. Das natürliche Gleichgewicht der Hormone wird durch die Pille gewollt gestört, was jedoch einige Nebenwirkungen auslösen kann, wie z. B.:

  • Kopfschmerzen
  • Brustschmerzen
  • Stimmungsschwankungen
  • Schwindel
  • Migräne und Benommenheit
  • hoher oder niedriger Blutdruck
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
  • einem veränderten Hautbild (wie z. B. Akne oder Hautausschlag)
  • Gewichtszunahme
  • einer sehr schmerzhaften Periode

Und die Liste der Nebenwirkungen vieler Antibabypillen ist noch länger, siehe zum Beispiel den Beipackzettel der Maxim.

Wenn Ärzte mit solchen Beschwerden konfrontiert werden, raten sie meist zu einem Wechsel der Pille. Da sich die Wirkstoffkonzentration in den verschiedenen Präparaten unterscheidet, kann es sein, dass man eine andere Pille besser verträgt.

Oft ist es jedoch so, dass dadurch vielleicht ein Symptom verbessert wird, ein anderes aber nicht oder vielleicht sogar weitere neu dazu kommen. So gibt es nicht wenige Frauen, die regelmäßig die Pille wechseln, weil die Nebenwirkungen für sie nicht tragbar sind.

Wenn man nun komplett auf die Pille verzichtet, kann der Körper endlich das Hormon-Gleichgewicht wieder herstellen. Dies dauert zwar einige Zeit (teils bis zu drei bis sechs Monaten), aber danach sollten alle Nebenwirkungen der Pille langsam verschwunden sein. Den meisten Frauen geht es nach dieser Zeit deutlich besser.

Wenn der Körper das Hormon-Gleichgewicht wieder hergestellt hat, bedeutet dies natürlich aber auch, dass die Frau nun wieder einen normalen Zyklus hat und schwanger werden könnte. Wer kein Baby möchte, sollte sich am besten schon vor dem Absetzen der Pille informieren, welche Möglichkeiten zur Verhütung ohne Hormone man hat.

6. Wie geht es mir heute?

Mittlerweile bin ich Mama von einem tollen Babyjungen. Nein, nicht weil der Verhütungscomputer versagt hat, sondern weil mein Mann und ich uns bewusst für ein Baby entschieden haben und in der Folge den Computer sogar für unseren Kinderwunsch genutzt haben.

Momentan stille ich voll und kann dadurch den Computer nicht nutzen. Wir haben uns jedoch wieder gegen die Hormone entschieden und verhüten ganz einfach mit Kondomen. Sobald sich mein Zyklus wieder normalisiert, werde ich aber meinen Computer wieder in Betrieb nehmen.

Wenn ich früher wirklich regelmäßig an starken Kopfschmerzen litt, ist das mittlerweile die absolute Ausnahme geworden. Allerdings hat sich durch die Schwangerschaft und jetzt die Stillzeit mein Hormonhaushalt erneut komplett umgestellt, weshalb ich nicht hundertprozentig sagen kann, dass das wirklich nur an der Pille lag. Mir geht es jedoch insgesamt einfach besser und darüber freue ich mich.

Wenn du noch Fragen zu Thema hormonfreie Verhütung hast, dann hinterlasse mir einfach einen Kommentar!

7. Quellen und weiterführende Literatur

  • Gruber, S. (2009). BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe. München: Elsevier Urban & Fischer
  • Bühling, K. J. (2009). Familienplanung. In Bühling, K. J. & Friedmann, W. (Hrsg.), Intensivkurs Gynäkologie und Geburtshilfe (S. 77-95). München: Elsevier Urban & Fischer Verlag.
  • Grüne, B., & Größer, S. (2007). Kontrazeption. In K. Diedrich, W. Holzgreve, W. Jonas, A. Schultze-Moskau, K.-T. M. Schneider & J. M. Weiss (Hrsg.), Gynäkologie und Geburtshilfe (S. 125-162). Heidelberg: Springer Medizin Verlag.
  • Waldmann-Rex, S., & Straßburger-Lüchow, I. (2007). Gynäkologie und Geburtshilfe Kurzlehrbuch für Pflegeberufe München: Elsevier Urban & Fischer
  • Erath, Anke (2016). Sichergehn – Verhütung für sie und ihn. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (2010). Empfängnisverhütung – Familienplanung in Deutschland
  • pro familia Bundesverband (2016). Verhütung – Aktuelle Preise und Zusatzkosten
  • pro familia Bundesverband (2013). Verhütung – CONTRACEPTION, 2. Auflage

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Nele
Hi! Ich bin Nele. Erzieherin, Bachelor-Psychologin und seit 11/2016 Mama von einem bezaubernden Jungen. Hier auf meinem Mama-Blog erfährst du, was mich bewegt und beschäftigt.

12 KOMMENTARE

  1. Hallo Nele, ich leide unter starken Stimmungsschwankungen während des gesamten Zyklus, besonders in der Zeit der Periode. Und des Eisprungs, dazu habe ich seid drei Jahren Depressionen, mein Gyn. hat mir auch immer wieder andere Pillen veschrieben. Dein Artikel hat mir sehr geholfen, ich hoffe das ich die passenden Produkte für mich finden kann. Lg Mareike

    • Liebe Mareike,
      ui, da scheinen ja einige Nebenwirkungen bei dir aufzutreten!
      Es freut mich, wenn mein Artikel dir geholfen hat und ich hoffe, dass du die passende Methode für dich findest! Das ist zwar am Anfang meist etwas aufwändiger (also sowohl das Suchen, als auch das Anwenden) aber langfristig kann man dadurch wirklich gewinnen 🙂
      Liebe Grüße
      Nele

  2. Hallo Nele,
    Vielen Dank für den tollen Artikel! Nachdem ich meine Pille abgesetzt habe, wollte ich auch hormonfrei verhüten. Meine Frauenärztin hat mich nicht wirklich beraten und ich habe mich schließlich für den Kupferball entschieden. Das es (relativ) sichere Computer gibt, wusste ich nicht, sonst hätte ich mich daran gehalten – nun, dann eben in fünf Jahren, denn einen Eingriff wie das Einsetzen des Balls mache ich sicher nicht nochmal mit. Vielen Dank für den tollen Artikel! LG Linda

    • Hallo Linda,
      es freut mich, dass dir mein Artikel geholfen hat! Leider habe auch ich die Erfahrung gemacht, dass Frauenärzte doch eher.. „konservativ“(?) sind und hauptsächlich die Pille, Spirale, etc. empfehlen.
      Ich drücke dir die Daumen, dass du dann in 5 Jahren die Methode findest, die wirklich zu dir passt 🙂
      Liebe Grüße
      Nele

  3. Hallo Nele,
    Ich nutze den Novaring seit 10 Monaten. Und muss auch sagen, dass ich richtige Stimmungsschwankungen habe, gerade während der Periode. Auch die Lustlosigkeit auf Sex schleicht sich ein. Deshalb suche ich nach Hormonfreie Methoden, danke für deinen Artikel. Ich denke der Computer ist für mich eine gute Lösung.
    LG
    Luba

    • Hallo Luba,
      es freut mich, dass dir mein Artikel hilft! Ich kann es nur empfehlen die Hormone mal eine Zeit lang abzusetzen und zu schauen, wie es einem dann geht. Sicher verhüten geht auch anders und ich glaube, dass jeder eine Methode finden kann, die gut passt 🙂 Ich drücke dir die Daumen, dass der Computer gut zu dir passt!
      Liebe Grüße
      Nele

  4. Sehr interessanter Artikel!

    Ich kann das nur bestätigen… ich bin inzwischen bei meiner dritten Frauenärztin und alle drei waren absolut von der Pille überzeugt.
    Dabei habe ich viele nicht vertragen und musste häufig wechseln. Ich sollte sie insbesondere nehmen, um meinen Zyklus „zu regeln“, mir wurde etwas Angst gemacht, dass alle 3-6 Monate „komisch“ seien.
    Ich habe immer mal wieder Pillenpausen eingelegt, dabei wurden mir immer nur Kondome nahe gelegt.
    Jetzt da die Maus da ist, war meine Frauenärztin aber bereit, mir die Spirale zu legen – allerdings habe ich mich für die Hormonspirale entschieden, da sie einen höheren PI hat, als die Kupferspirale und ich Angst vor stärkeren Blutungen hatte. Allerdings wurde mir zugesichert, dass die Spirale weniger Hormone enthält, als die Pille und bisher klappt es auch sehr gut 🙂

    • Ja, leider sind Frauenärzte da momentan noch wenig offen für Alternativen.
      Eine Bekannte von mir hat ebenfalls nach der Geburt die Spirale bekommen und ist sehr zufrieden. Manchmal kommt der Körper ja einfach besser klar, wenn allein die Dosis nicht so hoch ist. Ich drück dir die Daumen, dass es bei dir auch weiterhin gut damit klappt 🙂

  5. Hallo Nele,
    vielen Dank für deinen Artikel. Leider gibt es wenige brauchbare Zusammenfassungen von hormonfreien Verhütungsmethoden, aber deine ist schon sehr ausführlich.

    Ich hätte da aber noch Anmerkungen:

    1. NFP nach Sensiplan ist sicherer als der Computer und macht Verhütung im Gegensatz dazu auch in der Stillzeit oder mit langen Zyklen möglich

    2. Viel wichtiger bei den Nebenwirkungen der Hormone sind wohl die Nennung von Thrombosen, Depressionen und Suizidgedanken, die einfach lebensbedrohlich sind.

    3. Die „Goldspirale“ gibt es nicht. Auch das ist eine Kupferspirale nur hat sie einen zusätzlichen Goldteil (oder auch Silber)

    4. Spiralen verstärken nicht die Periode, wenn der Arzt vorher die Gebärmutter vermisst und dann ein passendes Modell wählt. Die stärkere Periode ist nur ein hartnäckiges Gerücht aus alten Zeiten, wo es nicht verschiedene Modelle gab.

    5. Neben der Kupferspirale gibt es auch noch den IUB Kupferperlenball und die Gynefix Kupferkette

    • Hallo Lucky,
      vielen Dank für deine Anmerkungen, dass werde ich auf jeden Fall demnächst in den Artikel mit aufnehmen!
      Liebe Grüße
      Nele

  6. Hallo Nele,

    das war mir auch aufgefallen, dass du den Kupferball und die Kupferkette nicht aufgeführt hast.

    Ich habe mich nach 6 Kindern (alle geplant und gewünscht) und nach jahrelanger Verhütung mit der Pille (eigentlich mein ganzes Leben lang außer zu dem Zeitpunkten des Kinderwunsches) bewusst für hormonfreie Verhütung entschieden.

    Ich bin heute 41 Jahre alt und seit 1,5 Jahren habe ich die Gynefix Kupferkette. Der pearl Index ist sogar besser als bei der Pille und sie kann nach derzeitigen Erkenntnissen 5 Jahre lang liegen (sowohl dir kleine als auch die große Kette). Es ist ein Rundum-Sorglos-Paket: sie ist hormonfrei, man braucht an nichts zu denken und merkt nichts davon. Die Blutung ist meist gar nicht oder nur minimal oder nur in den ersten Monaten verstärkt.

    Du schreibst von der Kupferspirale und auch von der Goldspirale von einer Liegedauer von Monaten. Tatsächlich ist die Liegedauer bei Spiralen aber bei 3 bis 5 Jahren und bei der Goldspirale z. T. sogar 10 Jahre.

    Ich finde es toll, dass du mit dem Verhütungscomputer das für dich / euch passende Verhütungscomputer gefunden hast. Für uns und viele andere ist es aber keine Alternative, da ich im Schichtdienst arbeite und bei mir morgens manchmal für den dem Körper abends ist und das vermutlich nicht auswertbar ist und weil wir keine Kondome mögen (temporär nach den Geburten haben wir damit verhütet, aber auf Dauer mögen wir es lieber spontaner).

    Also vielleicht einfach die Kupfer-IUP ( Spirale, Kette, Ball ) auch etwas sympathischer und realistischer darstellen, damit jeder, der das liest, sich objektiv das passende hormonfreie Verhütungsmittel heraussuchen kann. Jede/-r ist in den Vorlieben ja verschieden.

    Liebe Grüße aus dem WWW,
    Natascha

    • Hey Natascha,
      danke für deine Anmerkung! Der Artikel entstand damals hauptsächlich als Erfahrungsbericht und ist mit der Zeit quasi gewachsen. Ich selber habe keine Erfahrung mit Kupfer-IUP und deshalb nicht so viel darüber geschrieben. Aber du hast natürlich Recht, mittlerweile wird der Artikel viel gelesen und da sollte er auch vollständig informieren.

      Ich werde mich also in den nächsten Tagen mal mit dem Thema beschäftigen und den Artikel dann erweitern.
      Vielen Dank für deinen Anstoß!
      Nele
      P.s.: solltest du Interesse daran haben über deine Erfahrungen zu berichten, dann schreibe mir sehr gerne an nele.hillebrandt@faminino.de 🙂 Wenn man es selber nutzt hat man ja doch noch mal einen anderen Zugang dazu.

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