Warum werde ich nicht schwanger? 15 mögliche Gründe

2
Warum werde ich nicht schwanger?

Warum klappt es nicht? Warum werde ich nicht schwanger? Viele Paare sind ungewollt kinderlos, das Babyglück scheint sich einfach nicht einstellen zu wollen.

Mögliche Gründe und Ursachen, warum du nicht schwanger wirst, gibt es viele. Wichtig ist eine möglichst frühzeitige Ursachenforschung, damit sich eine Schwangerschaft doch noch einstellen kann.

Es müssen nicht immer schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen sein, die eine Schwangerschaft verhindern. Auch ein ungesunder Lebensstil oder Sex zum falschen Zeitpunkt können dazu führen, dass es länger dauert, bis du schwanger wirst.

Im Folgenden findest du 15 mögliche Gründe dafür, warum es mit der Schwangerschaft nicht klappt:

1. Stress

Stress ist in unserer Leistungsgesellschaft leider allgegenwärtig, sei es im beruflichen oder im privaten Bereich.

Studien deuten darauf hin, dass eine dauerhaft hohe Cortisolausschüttung (Cortisol ist das „Stresshormon“) in der Kinderwunsch-Zeit, die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden mindert und das Risiko unfruchtbar zu werden erhöht.

2. Rauchen, Alkohol oder Drogen

Rauchen, Alkohol oder gar Drogenkonsum sind nicht nur ungesund für dich selbst, sondern auch im Hinblick auf eine erwünschte Schwangerschaft.

Studien zeigen, dass Frauen, die rauchen, länger darauf warten müssen schwanger zu werden und eher unfruchtbar sind, als Nicht-Raucherinnen. Das gleiche gilt für starken Alkohol- oder Drogenkonsum. Bedenke, dass es auch bei einer Abstinenz länger dauern kann, bis sich dein Körper wieder von den Giftcocktails erholt hat und du endlich schwanger werden kannst.

3. Medikamente

Es ist längst nicht nur die Antibabypille, die eine Schwangerschaft zuverlässig verhüten kann, sondern auch Medikamente, die du zunächst gar nicht damit in Zusammenhang bringen würdest.

Bei Schwangerschaftswunsch solltest du dir daher unbedingt eine Liste deiner Medikamente erstellen und genau abklären, ob mit der Nebenwirkung einer medikamentenbedingten ausbleibenden Schwangerschaft zu rechnen ist.

4. Über- oder Untergewicht

Die Wahrscheinlichkeit, dass du schwanger wirst, sinkt wenn du unter- oder übergewichtig bist.

So kann es bei Untergewicht (bei einem Body-Mass-Index von unter 18) sein, dass dein Zyklus unregelmäßig ist und manche Monate gar kein Eisprung stattfindet.

Auch Übergewicht kann deine Chancen, schwanger zu werden, negativ beeinflussen. Bei Frauen mit Adipositas (ab einem BMI von 30), kann es unter anderem zu Störungen des Hormonhaushalts kommen, wie z. B. einer Hyperandrogenämie.

Falls du also eine Schwangerschaft planst, solltest du möglichst Normalgewicht anstreben.

5. Gynakologische Ursachen bei der Frau

Bestimmte gynäkologische Erkrankungen wie Zysten, Eileiterverschluss, Endometriose (Auftreten von der Gebärmutterschleimhaut ähnlichem Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle) oder das PCO-Syndrom (eine Stoffwechselstörung, die durch Eierstockzysten, Zyklusstörungen und/oder Hyperandrogenämie gekennzeichnet ist) können ursächlich dafür sein, dass du nicht schwanger wirst.

Gebärmutter und Eierstöcke bieten dann krankheitsbedingt nicht die Voraussetzungen zum Eintritt einer Schwangerschaft. Viele dieser Krankheitsgründe können jedoch heutzutage durch geeignete Therapie behoben werden.

6. Hormonelle Störungen bei der Frau

Auch hormonelle Störungen im weiblichen Organismus können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Mit einer Blutanalyse beim Frauenarzt lässt sich herausfinden, ob dein Hormonstatus in Ordnung und dafür geeignet ist, eine Schwangerschaft zu ermöglichen.

Bei der Hormonanalyse bitte darauf achten, dass nicht nur die weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen, sondern auch die Schilddrüsenhormone, T3, T4 und TSH, mitbestimmt werden.

Hormonelle Störungen lassen sich durch angepasste Lebensweise oder auch medikamentös so gut beeinflussen, dass deine Chancen, doch noch schwanger zu werden, weiter steigen können.

7. Schlechte Spermienqualität beim Mann

Der Grund, warum du nicht schwanger wirst, kann auch bei deinem Partner liegen. Wenn beim Mann genügend intakte und gut bewegliche Spermien produziert werden, kann die Eizelle nicht befruchtet werden.

Ursachen dafür können ein früherer oder aktueller Hodenhochstand sein, frühere oder aktuelle Verletzungen (z. B. durch Sport) sowie Infektionen am Hoden. Auch Varikozele (verdickte Venen im Hodensack) stehen ebenfalls im Verdacht, Unfruchtbarkeit beim Mann auszulösen.

Eine ungesunde Lebensweise kann ebenso zur Unfruchtbarkeit beim Mann beitragen. Als erwiesen gilt, dass Rauchen einen negativen Einfluss auf die Produktion und die Befruchtungsfähigkeit von Spermien hat.

8. Sport und Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung sind sehr wichtig, um physisch und psychisch gesund zu bleiben.

Bewegungsmangel, eine Mangelernährung oder eine zu hohe Kalorienzufuhr können nicht nur zu Krankheiten wie Diabetes, Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, sondern auch deine Fruchtbarkeit und Schwangerschaftswahrscheinlichkeit negativ beeinflussen.

9. Sex zum falschen Zeitpunkt

Eine Frau ist nur zu bestimmten Tagen ihres Zyklus überhaupt empfängnisbereit. Dies sind die Tage kurz vor, während und auch kurz nach dem Eisprung. Findet Sex also zum falschen Zeitpunkt statt, kann eine Empfängnis überhaupt nicht stattfinden.

Um die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden zu erhöhen, ergibt es Sinn, mithilfe der symptothermalen Methode oder einem Zykluscomputer die fruchtbaren Tagen zu ermitteln und genau an diesen Tagen Sex zu haben.

10. Zu wenig Sex

Wenn du nicht regelmäßig mit deinem Partner Sex hast, sinken deine Chancen schwanger zu werden, auch wenn alle anderen Voraussetzungen gegeben sind.

Wenn du schwanger werden willst, ist drei Mal pro Woche Sex ein guter Richtwert. Während der fruchtbaren Tage empfiehlt es sich, mindestens alle zwei Tage Sex zu haben.

11. Alter

Bei allen Frauen tickt die sogenannte biologische Uhr für das Eintreten einer möglichen Schwangerschaft. Deshalb sollten Frauen oder Paare ihren Kinderwunsch möglichst nicht auf die lange Bank schieben.

Denn mit jedem Jahr, das vergeht, sinken die Chancen, auf natürliche Weise schwanger werden zu können. Außerdem steigt die Gefahr von Risikoschwangerschaften mit zunehmendem Alter.

12. Stillen

Aus hormonellen Gründen ist ein weiterer Kinderwunsch bereits während der Stillzeit oft nicht möglich. Während der Stillzeit wird Prolaktin im Körper der Mutter produziert, ein natürliches Verhütungsmittel, welches den Eisprung und somit eine Schwangerschaft verhindern kann.

13. Scheidenflora

Eine unphysiologische Zusammensetzung der Scheidenflora kann dazu führen, dass du nicht schwanger werden kannst. Dickflüssiger Scheidenschleim erschwert den Spermien den Weg durch die Eileiter zum Eierstock.

Auch die bakterielle Zusammensetzung der Scheidenflora zugunsten schädlicher Keime kann eine Schwangerschaft unmöglich machen. Eine gynäkologische Untersuchung bringt Klarheit.

14. Infektionen

Fruchtbarkeitsprobleme können auch die Folge von unbemerkten Infektionen sein. So können z. B. eine Chlamydien-Infektionen zur Verklebung der Eileiter und damit zur Unfruchtbarkeit führen. Diese, aber auch andere Infektionskrankheiten, werden häufig durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

Manche dieser Erkrankungen verlaufen inapparent, also völlig ohne sichtbare Krankheitssymptome. Ob du unter einer Infektion leidest oder gelitten hast, die als Grund für deine ausbleibende Schwangerschaft eine Rolle spielt, kann dein Frauenarzt feststellen.

15. Umweltschadstoffe

Bestimmte Umweltgifte können sich in unserem Körper anreichern und Körperfunktionen stören. Studien haben gezeigt, dass z. B. Cadmium und Blei die Fruchtbarkeit mindern können, wobei Blei insbesondere Männer beeinflusst. Cadmium kann die Fruchtbarkeit von Mann und Frau gleichermaßen beeinträchtigen.

Weitere Umweltgifte wie Pestizide oder radioaktive Strahlung stehen ebenfalls im Verdacht die Fruchtbarkeit negativ zu beeinflussen, klare Belege gibt es dafür bisher aber nicht.

Fazit

Ungewollte Kinderlosigkeit ist kein Schicksal, sondern in den meisten Fällen gut behandelbar. Wichtig ist, dass du die erforderlichen medizinische Untersuchungen nicht auf die lange Bank schiebst, sondern dich den möglichen Gründen für deine ausbleibende Schwangerschaft frühzeitig stellst.

Dabei beziehe immer auch deinen Partner mit ein. So gewinnst du nicht nur die nötige Klarheit, sondern kannst deine Kinderwunschplanung aktiv und vor allem erfolgreich angehen.

Ansprechpartner für ungewollte Kinderlosigkeit sind der Gynäkologe des Vertrauens oder spezielle Kinderwunschzentren mit ihren erweiterten medizinischen Möglichkeiten, kinderlosen Paaren doch noch zu ihrem Babyglück zu verhelfen.

Quellen und weiterführende Artikel

Dieser Artikel wurde bereits 0 Mal geteilt!

Nele

Hi! Ich bin Nele. Erzieherin, Bachelor-Psychologin und seit 11/2016 Mama von einem bezaubernden Jungen. Hier auf meinem Mama-Blog erfährst du, was mich bewegt und beschäftigt.

2 KOMMENTARE

  1. 5. und 7. sind blanker Unsinn!

    Selbstverständlich können Frauen mit PCOS schwanger werden.
    Es muss lediglich medikamentös ein Eisprung herbeigeführt werden. Manchmal ist dazu allerdings mehr nötig, als nur Clomifen.

    Und schlechte Spermien haben eher körperliche Gründe wie eine Varikozele, Hodenhochstand in der Kindheit, Krankheiten etc., als eine ungesunde Lebensweise.
    Schlechte Spermien sind nicht einfach etwas, woran man(n) selbst schuld ist.

    Du hast Dich mit dieser Liste als Laie geoutet, sorry.

    Du hast zudem Diabetes vergessen und jemand ohne Schilddrüsenprobleme kann mit „T3, T4 und TSH“ nichts anfangen. Nicht auf Kinderwunsch spezialisierte Ärzte wissen meist gar nicht, dass man bei Kinderwunsch einen TSH um 1 herum benötigt.

    Auf Lösungen gehst Du gar nicht ein, wie z.B. hormonelle Follikelstimulierung, IUI und IVF.
    Für den unwissenden Leser muss es sich echt so lesen, als ob er halt einfach selbst schuld sei.

    • Hallo Morella,
      danke für deinen kritischen Kommentar!
      Du hast natürlich recht, bei dem Punkt über PCO habe ich es total falsch formuliert! Und was die Spermienqualität betrifft: klar, das hat oft eine körperliche Ursache aber es ist durchaus auch so, dass der Lebensstil Einfluss darauf hat. In Studien konnte gezeigt werden, dass die Spermienqualität insgesamt (also bei allen Männern im Durchschnitt) sinkt und auch wenn man natürlich nicht genau sagen kann, woran es liegt, liegt der Schluss nahe, dass es mit unserem Lebensstil zusammenhängt (geben die Forscher selber als Grund an). Denn es ist eher unwahrscheinlich, dass die körperlichen Gründe plötzlich so gehäuft in der Population vorkommen.
      Auf Lösungen gehe ich in diesem Artikel nicht ein, da hast du Recht, da werde ich in einer ruhigen Minute nochmal nachbessern. Ich will natürlich nicht, dass sich jemand hier vollkommen schlecht fühlt und meint, dass man selber daran Schuld sei. Das ist nicht meine Intention. Von daher werde ich den Artikel im neuen Jahr noch einmal überarbeiten und die von dir angesprochenen Punkte ergänzen 🙂
      Bis dahin wünsche ich dir schöne Tage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
      Alles Liebe
      Nele

HINTERLASSE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here