Schwanger trotz PCOS – eine Geschichte zum Hoffen

Trotz PCOS ungeplant schwanger

Das Ausmaß dieser Worte wird nicht jedem bewusst sein und das sind vermutlich die Glücklichen die nicht von PCOS oder ähnlichen fruchtbarkeitseinschränkenden Krankheiten betroffen sind.

Ein Gastbeitrag einer PCO-Betroffenen.

Was ist PCO?
Ich bin selber keine Ärztin und meine Erklärung wird vermutlich mangelhaft sein aber in ganz vereinfachten Laien Begriffen:Frauen die von PCOS (Kurzform für polyzystische Ovar(oder: Ovarial)-Syndrom ) betroffen sind, leiden unter einem Ungleichgewicht in ihrem Hormonhaushalt.

Oft produziert der Körper zu viel Testosteron was zu einer Vielzahl von Problemen führen kann. Zum einem leiden diese Frauen oft an männlichem Haarwachstum (z.B. verstärkt an Kinn und Oberlippe), oder an kreisrundem Haarausfall was sich besonders auf die Psyche niederschlagen kann. Akne, Übergewicht, Depressionen und Amenorrhoe (dem Ausbleiben der Regelblutung) und Anovulation (Ausbleiben des Eisprungs) sind nur ein paar weitere Symptome an denen sich viele betroffene Frauen erfreuen dürfen. Ich würde allerdings jedem Interessierten vorschlagen, selbst ein wenig zu recherchieren und sich nicht auf mich als primäre Informationsquelle zu verlassen.

PCOS Symptome - Grafik mit Symbolen und den möglichen Symptome
© Leyasw / Bigstockphoto.com

Was für diesen Artikel wichtig ist: das Ausbleiben des Eisprungs und der Periode. Ohne Eisprung keine Schwangerschaft, so viel ist jedem klar.

Ich wusste schon immer, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmt

Das späte Einsetzen der Regelblutung ist zwar bei mir in der Familie die Norm, aber als ich erst mit 18 zum ersten Mal meine Tage bekam war ich bereits der festen Überzeugung niemals Kinder haben zu können. Leider habe ich die schlechte Eigenschaft, schlechte Nachrichten nicht hören zu wollen und so ging ich nie zum Frauenarzt.

Meine große Schwester hatte ähnliche Probleme und bekam mit 18 von einem unsensiblen A*sch der Extraklasse diagnostiziert: „Haben Sie einen Freund? Ja? Na dann machen sie jetzt ein Kind, denn sonst werden sie nie eins haben.“

Heute weiß ich was für eine unqualifizierte und unsensible Aussage das war. Mit 13/14 war mir das nicht klar. Die Worten brannten sich in mein Gedächtnis nur um jedes Mal aufzutauchen wenn ich mich fragte, warum ich nicht blutete wie alle Mädchen in meiner Klasse.

Mein Geheimnis fliegt auf

Irgendwann wurde mir erzählt, dass man sicher seine Periode bekäme wenn man die Pille nimmt. Das war der Anstoß für meinen ersten Arztbesuch. Der untersuchte mich und mein bis dato best gehütetes Geheimnis, dass ich zwar mit 18 einmal eine Regelblutung hatte, danach aber erst 3 Mal wieder, flog auf.

Er machte eine Ultraschalluntersuchung und zeigte mir, dass meine Eierstöcke, die charakteristischen Merkmale von Polizystischen Ovarien aufwiesen. Hier würde ich wieder jedem Interessierten eigene Recherche vorschlagen und will nur noch erwähnen (um Standard Trugschlüssen vorzukommen), dass der Name „Polizystisch“ etwas irreführend ist. Er bedeutet nicht, dass man ganz viele „herkömmliche“ Zysten hat (das kann allerdings auch vorkommen) also wie sie vereinzelt bei jeder Frau auftreten können und oftmals kleine Bläschen, gefüllt mit Gewebe oder Flüssigkeit sind, sondern ist auf das Aussehen der Eierstöcke zurückzuführen in denen man viele unvollständig gereifte Follikel sehen kann, aus denen es das Ei nicht zur Reife und zum Eisprung schaffte (wieder eine grobe Vereinfachung). Es stellte sich heraus, dass ich genau so einen tollen Arzt wie meine Schwester erwischt hatte denn er fragte: „Wollen Sie Kinder?“ (ich war damals 20). Aus Angst vor dem was er sagen würde meinte ich „Nein, nein! Das ist nicht in meiner Lebensplanung.“ Woraufhin er antwortete: „Ah, das ist ja gut, weil das wird eh nichts.“ (Das war in Chile wo der Umgangston eh etwas rauer ist)

An alle Leser*innen die vielleicht wie ich, Angst vorm Frauenarzt Besuch hatten und nun über diese Seite gestolpert sind. Das ist absolut nicht wahr! Sollte euch jemals ein Arzt so etwas sagen, dann lauft weg! Das ist ein unsensibler A*sch der keine Lust auf „hysterische Frauen hat die unbedingt ein Baby haben wollen“.

Niemals Schwanger wegen PCO?

Ich bekam die Pille, ich bekam die Regel und ich bekam die Bestätigung meiner Annahme niemals schwanger werden zu können. Die nächsten Jahre verbrachte ich damit mich selbst davon zu überzeugen keine Kinder haben zu wollen. Ich dachte, so sei es am besten. So würde ich meiner Enttäuschung und meinem Schmerz vorbeugen. Ich verbrachte die Jahre mit klarer Haut, tollen Haaren, ohne mein Oberlippenbärtchen, 5 Kilo mehr, schwankender Stimmung bis Depression, eingeschränkter Libido und was es sonst noch so an Nebenwirkungen der Pille gibt.

Vor zwei Jahren hatte ich genug. Nach 4 Jahren Pille, setzte ich sie ab und bekam wie erwartet meine Tage nicht mehr. Dieses Mal ging ich zum Arzt. Mittlerweile lebte ich in Deutschland und hatte wirklich Glück, ich geriet an eine tolle Frauenärztin. Sie untersuchte mich und nahm sich die Zeit, sich nicht nur auf visuelle Charakteristika zu beschränken sondern bestätigte die Diagnose „PCOS“ mit Bluttests. Ich stand ganz am Anfang meiner „Reise“ und hatte noch keine Ahnung von der Krankheit.

Mein Weg mit PCO

Hier wieder mal eine grobe Vereinfachung: Es gibt keine Heilung. PCOS hat man für immer und das einzige was man tun kann ist die Symptome in Check zu halten. Für Frauenärzte heißt das leider die Pille zu verschreiben. Die Pille reguliert den Hormonhaushalt auf chemische Art und Weise was kreative Ausreißer wie die, die von PCOS provoziert werden, stark beschränkt.

Bye, bye Pille!

Ich wollte die Pille aber nicht mehr. Das war eine persönliche Entscheidung, deren Gründe komplett irrelevant sind, weil das am besten jede Frau für sich selbst entscheidet. Aber für mich war klar: keine Pille mehr! Und so toll meine Frauenärztin auch war, hier enttäuschte sie mich dem Befolgen des Standartvorgehens dem Frauenärzte wohl unterworfen sind: bei PCOS ohne Kinderwunsch gibt’s die Pille. Das hat gute Gründe auf die ich wieder nicht eingehen werde aber kurz gesagt: es wird medizinisch empfohlen regelmäßig eine Blutung zu haben.

Und hier entschied ich mich für einen Schritt bei dem ich bis heute dankbar bin, dass ich ihn gegangen bin. Kein Arzt will nämlich mit dir über Fruchtbarkeit reden wenn der Kinderwunsch nicht akut ist. „Wollen Sie denn jetzt Kinder haben? Nein? Na dann ist das doch jetzt gar nicht wichtig, darüber können wir reden wenn es akut wird.“ Als log ich. Kinderwunsch? Natürlich! Sehr akut! Am besten jetzt! Aha. Auf einmal gab es ja doch Informationen und weitere Tests. Das Ergebnis war nicht sehr ermutigend. Erhöhte Testosteronwerte, sekundäre Amenorrhoe und chronische Anovulation. Auf natürlichem Wege würde ich nicht schwanger werden.

Ich ging diese Schritte bis wir zu dem Punkt kamen an dem meine Ärztin mir Medikamente geben wollte um den Eisprung auszulösen. Mit denen hätte ich 3 Monate „Zeit“ gehabt schwanger zu werden, bis man mich in eine Kinderwunsch Klinik überwiesen hätte. So weit trieb ich es nicht. Ich erklärte ihr, der Kinderwunsch sei nicht mehr akut, verabschiedete mich und kam die nächsten Jahre nicht wieder.

Dieser Text ist keine Empfehlung es mir gleichzutun. Es war meine Entscheidung. Ich kann nicht einschätzen wie real die medizinischen Sorgen sind, weshalb man regelmäßig Bluten sollte aber ich habe dieses Risiko für mich in Kauf genommen.

Alternativen

Die letzten zwei Jahre verbrachte ich viel mit Lesen. Lesen über das PCO Syndrom darüber wie man die Symptome natürlich Regulieren kann, ich ging zum Endokrinologen (einen Schritt den ich jeder Betroffenen dringend ans Herz lege), probierte es mit Diabetes Medizin (erfolglos, ich bin zum Glück von Diabetes verschont geblieben. Ich dachte nur ich probiere es mal aus) alles in der Hoffnung meinen Zyklus in Schwung zu kriegen.

Ich lernte was meinen Körper gut tut. Lernte welches Essen für mich wichtig ist, wie wichtig Sport ist (letzteres ehrlich gesagt eher theoretisch.. ). Wie schlimm Alkohol und Zucker sich auf meine Hormone auswirken können. Das Ziel war ein regulierter Hormonhaushalt, ich versuchte nicht schwanger zu werden.

Die letzte Aussage kann man jetzt auch wieder zweifelhaft ansehen. Meinem Freund und mir gingen vor einem Jahr die Kondome aus. Wir kauften keine neuen. Ehrlich gesagt, deprimierte es mich jedes Mal 12€ auszugeben um mich vor etwas zu schützen von dem es keine Anzeichen gab, dass es überhaupt möglich war. (Wir hatten uns beide zu Beginn der Beziehung auf Krankheiten testen lassen weshalb die Kondome wirklich nur der Empfängnisverhütung dienen sollten.) Wir kauften keine neuen und führten weiterhin unsere glückliche Beziehung.

Meine letzte, nicht chemisch ausgelöste Regelblutung war so viele Jahre her, dass ich es ehrlich gesagt nicht mehr weiß. Die letzte Regelblutung hatte ich vor einem Jahr, als mir der Endokrinologe Pillen gab um meinen 13 Monat Zyklus zu beenden und einen neuen zu beginnen.

Schwanger trotz PCO??

Vor ein paar Wochen fing dann das Ziehen im Unterleib an. Ich muss sagen, ich dachte vielleicht für eine Sekunde an Eisprung aber alle Betroffenen wissen wie oft man so etwas denkt. Nachdem ich vor langer Zeit hier auf Faminio einen Artikel zur natürlichen Empfängnisverhütung gelesen hatte, hatte ich mir ein Set von 100 Tests gekauft die einem anzeigen können ob man einen Eisprung hat.

Leider hat PCOS die nette Nebenwirkung, dass das nötige Hormon zum Eisprung immer in etwas höherer Dosis als bei anderen Frauen vorhanden ist, weshalb man scheinbar wochenlang einen Eisprung hat, wenn sich in Wirklichkeit nichts tut. Wegen dieser scheinbar ständigen Eisprünge hatte ich die Tests in kürzester Zeit alle verbraucht und mir keine neuen mehr gekauft. So verwarf ich den Gedanken auch wieder ohne ihm nachgegangen zu sein. Allerdings hörten die Gefühle im Unterleib nicht auf. Ein Ziehen wurde zu kleinen Stechenden Schmerzen, wurde zu kleinen Krämpfen. Ich dachte, dass sich vielleicht doch eine Zyste bildete und erzählte meinem Freund davon. Er dachte sofort an Schwangerschaft und drängte mich einen Schwangerschaftstest zu machen.

Ich plante nicht schwanger zu sein. Es war nicht der Moment aber ich wusste doch, dass mich ein negatives Ergebnis enttäuschen würde. Das ist schwer zu erklären und schwer nachzuvollziehen aber so fühlte ich mich.
Ich machte den Test nur, weil ich mich beim Frauenarzt auf Zysten untersuchen lassen wollte und wusste, sie würden vermutlich darauf beharren, dass ich davor einen Test machte.

Schwanger!

Das positive Ergebnis schockte mich. Ich bedauere zutiefst, dass meine ursprüngliche Reaktion nicht Freude war, sondern reine Angst. Angst, Ohrensausen und Schüttelfrost.

Das ist jetzt erst ein paar Tage her.

Der Clearblue Test sagte mir 2-3 Wochen.
Mein Freund sagte mir: Oh schei*e.
Die nette Arzthelferin am Telefon sagte mir: 07.01.
Und mein Freund sagte mir: Ich fang doch schon an mich zu freuen.

2-3 Wochen. Das ist unglaublich früh. Alles kann schief gehen. Das weiß ich. Aber dieser Test ist an sich schon eine Erfolgsgeschichte. Seit mehreren Jahre keine Regelblutung und dann so was.

Es war mir so wichtig diesen Text zu schreiben, weil ich mich noch an mich vor ein paar Jahren erinnern
kann.

„schwanger trotz PCOS“
„schwanger ohne regelmässige Periode“
„wie hoch wahscheinlichkeit schwanger PCOS“
„wer schwanger PCOS“
„wie lange durschnitt bis schwanger PCOS“
„heilung PCOS schwanger“
„schwanger PCOS medikamente“

Diese Worte haben für lange Zeit meine Suchkriterien bei Onlinesuchen bestimmt. Vielleicht bei euch ja auch und diese Seite ist aufgetaucht. Deswegen ist es jetzt auch gar nicht wichtig wie meine Geschichte weitergeht (für mich natürlich schon ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass alles gut geht).

Wichtig ist: Ja, schwanger mit PCOS.
Ja, schwanger ohne medikamente.
Nein, PCOS nicht = unfruchtbarkeit.

Lasst euch letzteres von keinem erzählen. Ich rate euch, informiert euch! Geht zum Endokrinologen. Achtet auf eure Ernährung. Das sind alles keine Heilungen aber die Pille als Lösung für PCOS präsentiert zu bekommen muss nicht euer definitives Urteil sein.

Und nun?

Ich weiß nicht wie meine Schwangerschaft weitergeht. Allein diese Worte zu schreiben ist so irreal, dass ich es ehrlich gesagt immer noch nicht glauben kann. Aber sie sind real. Ich bin schwanger. Meine Brüste schmerzen und mein Essen schmeckt anders. Wie meine Schwangerschaft weitergeht ist nicht das wichtige. Jede Frau und jede Schwangerschaft ist unterschiedlich. Wichtig ist, dass es möglich ist. Und ich weiß wie wichtig es mir gewesen wäre so einen Text zu lesen.

Bonus: Auf Faminino habe ich gelernt, dass eine Schwangerschaft vom letzten Tag der letzten Periode an gezählt wird (oh je hab ich mir das richtig gemerkt?) also bin ich nicht nur schwanger sondern ich bin verdammt schwanger. Sozusagen überschwanger. Seit geschätzt 13 Monaten schwanger. 😉

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8 Gedanken zu “Schwanger trotz PCOS – eine Geschichte zum Hoffen”

  1. Ich hab es auch mit PCO geschafft schwanger zu werden. Zwar mit Hilfe von den Medikamenten Metformin, aber die haben schon ausgereicht, um wieder einen regelmässigen Zyklus zu haben. Meine Motte ist jetzt 16 Monate alt. Und seit der Geburt habe ich wieder einen halbwegs normalen Zyklus ohne jegliche Medikamente.
    Niemals aufgeben

  2. Mir hat meine Frauenärztin damals auch gesagt, das s ganz schwer wird schwanger zu werden da ich pco habe, mein kleiner wird am Donnerstag 2 Jahre alt

  3. Ich stehe gerade ganz am Anfang mit der Diagnose PCO und habe eine Überweisung in die Endokrinologie.
    Mein Partner und ich haben schon länger einen unerfüllten Kinderwunsch und zuerst brach für mich mit dieser Diagnose eine Welt zusammen.
    Umso schöner ist es diesen Erfahrungsbericht zu lesen.
    Es macht mir sooooo viel Hoffnung.
    Herzlichen Dank dafür. 🙂

  4. Dieser Text macht mir gerade so viel Mut.Vor 2 Jahren wurde PCO Diagnostiziert habe extremes Übergewicht, Haare überall wo sie keine Frau haben will, unreine Haut. Eine ESS wo die linke Eileiter entfernt wurde. Bin jetzt 32 und habe zyklen zwischen 36, 20,46, Tagen jeden Monat eine andere Zyklusdauer. Metformin hab ich auch bekommen bin aber nicht bereit die Leber zu ruinieren also nehme ichs nicht mehr. Ich bete zu Gott dass er mir ein Wunder verschafft

  5. Hallo, ich bin eigentlich kein „Foren-Schreiber“ würde mich dem Mutmachen hier aber gerne mal anschließen.
    Ich hab die Diagnose PCO vor etwa 4 Jahren bekommen als ich aus gesundheitlichen Gründen die Pille abgesetzt habe und dann etwa 7 Monate auf meine Blutung warten musste. Diagnose von meiner früheren Frauenärztin: „eindeutig PCO.“ Dann die Frage: „Besteht derzeit Kinderwunsch?“ „Nein derzeit nicht“ „Ok, dann müssen Sie die Pille wieder nehmen und wir reden nocheinmal wenn Sie planen ein Kind zu bekommen“. Ok, dann machen wir das mal.
    Mitte 2018 haben mein Partner und ich dann beschlossen die Pille wieder abzusetzen und dem Traum Kind eine Chance zu geben. Ich habe dann ein halbes Jahr wieder gewartet und bin (wie erwartet ohne eingesetzte Periode) zu meiner neuen Frauenärztin gegangen. Ultraschall > alles voll mit Zysten. Also alles wie gehabt. Sie hat mich dann an auf eigenen Wunsch an eine Kinderwunschklinik überwiesen. Ich dachte, da ich auch Schilddrüsenprobleme habe wäre ich gerne irgendwo gut aufgehoben die sich ständig mit solchen „Problemfällchen“ beschäftigen. Dort wurde auch mein Partner untersucht. Diagnose: PCO > Behandlung mit Clomifen zur Eisprungstimulation. Spermiogramm > sehr schlecht… Schwangerschaft nur mit einer Insemination möglich. Kosten von ca. 1500 € von denen nicht alles von der Krankenkasse übernommen wird. Eine andere Möglichkeit wird nicht gesehen….
    Das war dann mal ein kleiner Schlag in die Magengegend… Wir haben uns dann erstmal wieder gesammelt und nachgedacht: 1) Wir haben es nicht sonderlich eilig, wenn es noch 1-2 Jahre dauert dann ist das halt so. 2) Wir haben es ja noch gar nicht auf normalem Weg versucht… soll ich mir da direkt eine Spritze mit dem aufbereiteten Sperma meines Partners einsetzen lassen?
    Da wir uns erstmal gegen diese Behandlung entschieden haben und nur meinen fehlenden Eisprung mit Clomifen auslösen wollten entschieden wir uns für eine Behandlung bei meiner Frauenärztin. Alles klar… Pille wieder einen Monat genommen um Abzubluten. Danach direkt mit dem Clomifen gestartet. Mein Zyklus wurde nun mit Ultraschall beobachtet. Unglaublicherweise gab es sogar einen Eisprung (ich hatte damit ehrlich gesagt nicht gerechnet). Also gespannt abgewartet und einen SS-Test gemacht. Negativ! Aber gar nicht so schlimm…. denn wir hatten ja einen ersten Erfolg. Die Clomifen Behandlung hilft 🙂
    Nächster Ultraschall Termin zur Kontrolle… setzt die nächste Blutung und der nächste Eisprung von alleine ein oder muss nochmal mit Clomifen nachgeholfen werden?
    Kleine Ernüchterung: 6 Wochen nach dem letzten Eisprung immer noch keine Blutung. Die Frauenärztin sagte mir „Die Schleimhaut baut sich ein bisschen auf, Follikel reifen ganz leicht heran. Wir machen in 4 Wochen nochmal einen Termin. Bis dahin könnte es evtl. sein dass die Blutung einsetzt. Wenn nicht setzen wir nocheinmal die Pille ein und verfahren wie vorher“ Alles klar, etwas enttäuscht aber doch voller Hoffnung weil ja doch anscheinend irgendwas in mir passiert war ich ein bisschen beruhigter.
    Etwa zwei-drei Wochen später mache ich aus einem mir immer noch nicht nachvollziehbaren Grund einen SS-Test. Anscheinend ist doch etwas dran, dass man es unbewusst einfach merkt. POSITIV!
    Ich konnte/ wollte es gar nicht glauben… ich hatte doch gar keine Blutung gehabt. Wo soll denn der Eisprung auf einmal herkommen? Also dachte ich mir, ok, mach dir mal keine große Hoffnungen, da ist bestimmt etwas schief gelaufen. Doch tatsächlich. Die Ärztin machte einen Ultraschall… ca. 5. Woche… Sie war selbst total platt und sagte nur: „Ja in der Natur gibt es nichts was es nicht gibt…“

    Ohje mein Text ist jetzt doch länger geworden als gedacht, aber wenn ich nur einer Person Hoffnung damit machen kann hat es sich ja schon gelohnt. Also nicht aufgeben… ich weiß manchmal ist das nicht so einfach. Ich selbst wollte meinen Kinderwunsch nie wirklich zulassen. Die Angst dass es doch nicht klappt war einfach zu groß (vor allem nach der Unmöglichen Antwort von der Kinderwunschklink). Deshalb meine Bitte: Nicht von uneinfühlsamen Ärzten die Hoffnung nehmen lassen. Nehmt euch lieber Geschichten von anderen zu Herzen. Es kann auch gut ausgehen 🙂

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