Männlicher Vorname mit Bedeutung, Herkunft, Aussprache und mehr.
Die Lautschrift ist eine Annäherung und kann bei seltenen Namen abweichen. Bei Namen aus anderen Sprachen kann sie von der ursprünglichen Aussprache abweichen.
Gervase ist die mittelalterliche englische Form des lateinischen Gervasius. Der früheste bekannte Textbeleg der lateinischen Ausgangsform steht in dem Brief des Ambrosius von Mailand an seine Schwester Marcellina aus dem Jahr 386. Ambrosius berichtet dort von der Auffindung der Reliquien der Mailänder Märtyrer Protasius und Gervasius. Die späteren Märtyrerakten sind historisch unsicher und dürfen nicht mit diesem Brief gleichgesetzt werden.
Die Etymologie bleibt strittig. Ernst Förstemann setzt im Altdeutschen Namenbuch eine germanische Form Gerwas an und verbindet das erste Glied mit ahd. Gēr (Speer). Elizabeth Withycombe erwägt dazu ein gallisches *wassos (Knecht). Alternativ wird griechisch γεραιός (geraios, alt) diskutiert. Die englische Schreibung Gervase ist von französisch Gervais und vom lateinischen Gervasius zu trennen. Der früheste sicher identifizierte Träger dieser englischen Form ist der Chronist Gervase of Canterbury, lateinisch Gervasus Cantuariensis, geboren um 1141 und seit 1163 Mönch in Christ Church. William Stubbs gab seine Werke in den Rolls Series heraus. Der katholische Gedenktag der Mailänder Märtyrer fällt auf den 19. Juni.
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