Vorname für weiblich mit Bedeutung, Herkunft, Aussprache und mehr.
Die Lautschrift wurde automatisch generiert und kann bei seltenen Namen abweichen.
Eine konkrete Lorsch-Urkunde gibt Adalind ein mittelalterliches Profil. Im Codex Laureshamensis steht unter der Urkundennummer MCLXXXVII die Schenkung von Willemar und seiner Frau Adalindis. Das Paar überträgt Besitz in der Heimradesheimer Mark an das Kloster Lorsch. Die Edition datiert den Eintrag auf den 1. November im zehnten Regierungsjahr Karls des Großen, gewöhnlich auf 777. Adalindis ist dabei die lateinisch flektierte Form, nicht einfach eine moderne Schreibvariante ohne grammatische Endung.
Für die Namensdeutung führt das Dictionary of Medieval Names from European Sources Adalinde auf althochdeutsches adal für „edel“ und das germanische Element *linþaz für „mild“ oder „sanft“ zurück. Dadurch erklärt sich die Bedeutung „edel und mild“ besser als eine bildhafte Deutung. Die Lorsch-Urkunde zeigt, dass die Namensfamilie im frühen Mittelalter tatsächlich im Urkundenalltag vorkam. Zugleich bleibt offen, wann genau die verkürzte Schreibung Adalind anstelle von Adalindis verwendet wurde. Die sichere Aussage betrifft deshalb den historischen Formzusammenhang und den konkreten Lorsch-Beleg, nicht eine lückenlose Entwicklung jeder späteren Schreibweise.
Quelle des Erstbelegs
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