Männlicher Vorname mit Bedeutung, Herkunft, Aussprache und mehr.
Die Lautschrift ist eine Annäherung und kann bei seltenen Namen abweichen. Bei Namen aus anderen Sprachen kann sie von der ursprünglichen Aussprache abweichen.
Radoslav gehört zur slawischen Namensfamilie aus radŭ für „froh“ oder „willig“ und slava für „Ruhm“. Die heutige lateinische Form steht neben kyrillisch Радослав und dem polnischen Radosław. Im Griechischen des byzantinischen Geschichtswerks erscheint der Name als Ῥοδόσθλαβος. Diese Schreibungen zeigen dieselbe Namensbildung, sind aber keine austauschbaren Buchstabenfolgen.
Das Werk De administrando imperio, das in der Mitte des 10. Jahrhunderts zusammengestellt wurde, nennt Radoslav in der Abstammungsfolge Višeslav, Radoslav, Prosigoj und Vlastimir. Der griechische Text ist ein literarischer Zeugnisstrang und bewahrt ältere serbische Herrschertradition. Er liefert damit einen sicheren mittelalterlichen Anhaltspunkt, aber keine zeitgenössische Urkunde aus Radoslavs Lebenszeit. In Kroatien nennt der Namenskalender den 5. Und 7. Juni, in Tschechien den 6. Mai und in der Slowakei den 6. März. Der bosnisch-herzegowinische Politiker Radoslav Brđanin trägt die lateinische Form in einer dokumentierten Biografie.