Männlicher Vorname mit Bedeutung, Herkunft, Aussprache und mehr.
Die Lautschrift ist eine Annäherung und kann bei seltenen Namen abweichen. Bei Namen aus anderen Sprachen kann sie von der ursprünglichen Aussprache abweichen.
Desiderius ist ein spätlateinischer Männername zu dēsīderium, Verlangen oder Sehnsucht. Lewis and Short belegen das Appellativ klassisch. Das Meertens Instituut beschreibt den Personennamen als christliche Bildung aus diesem Wort, also der Ersehnte. Dauzat setzt die Form in Frankreich schon im 3. Jahrhundert an. Das bleibt eine onomastische Angabe, kein hier bekannter Inschriftenbeleg.
Der früheste bislang sicher identifizierte Namensträger ist Desiderius von Vienne. Das Ökumenische Heiligenlexikon nennt ihn als um 595 erhobenen Erzbischof, gestorben um 607 in Prisciniacum. Die Vita ist merowingisch überliefert, die erhaltene Fassung ist nicht das Geburtsdokument. Der Langobardenkönig Desiderius, in der Herrschaft 756 bis 774, trägt dieselbe lateinische Form als historisch gut bezeugter Herrschername. Erasmus von Rotterdam fügte Desiderius erst 1496 seinem Taufnamen Erasmus hinzu. Das ist eine gelehrte Selbstbenennung, kein Geburtsname. Italienisch Desiderio und französisch Didier sind spätere romanische Formen, nicht die lateinische Erstgestalt.
Keine Rangdaten bekannt.