Wie es zu meinem Sternchen kam (Teil 1)

An all die Bald-Mamis und Positiv-Testerinnen: In diesem Beitrag geht es um meinen frühen Abort. Wer sich eh schon Sorgen macht, sollte auf das Lesen vielleicht lieber verzichten.

Heute ist der 09.01.2016. Und heute ist klar, dass ich nun wohl auch zu den Sternchen-Mamas zähle. Doch von Anfang an:

03.01.2016 (4+1)
Nachdem wir Silvester überglücklich einen positiven Test in den Händen halten durften, waren die nächsten Tage die Qual für mich: da Feiertage waren, konnte ich nicht beim Frauenarzt anrufen und selbst wenn, würde ich wahrscheinlich erst in ein paar Wochen einen Termin bekommen, da man so früh ja noch gar nichts sehen kann. Also hieß es mal wieder abwarten. Dass sich die Zeit nach einem positiven Test ebenso wie Kaugummi ziehen würde, wie die Zeit vor einem Test, hätte mir mal jemand sagen sollen! Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Leben momentan nur noch aus Warten besteht.

Jedenfalls machten wir, so gut es eben ging, weiter wie zuvor und dann passierte es: wir waren dabei das Arbeitszimmer umzustellen und hatten gerade eine große Kommode vom einen in das andere Zimmer gestellt und danach „zur Belohnung“ geherzelt 😉 als ich solche Unterleibsschmerzen bekam, dass ich wirklich dachte ich zerreiße innerlich. Das Stechen, Ziehen und Zerren war so schlimm, dass ich kaum atmen konnte, geschweige denn mich bewegen. Ich bin dann trotzdem irgendwie ins Erdgeschoss gekrochen und habe versucht mich aufs Bett zu legen, wo ich merkte, dass das auch nicht geht und mich windend und krümmend versuchte eine Position zu finden, in der ich nicht das Gefühl hatte zu sterben. Finn war die ganze Zeit panisch an meiner Seite und versuchte mir irgendwie zu helfen.

In unserer Angst riefen wir dann den Notarzt, der einen Krankenwagen schickte. Und so wurde ich an diesem Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert, wo die erste Diagnose nach einem Ultraschall „Verdacht auf Eileiterschwangerschaft“ lautete. In der Gebärmutter konnte man noch nichts sehen und stattdessen befand sich viel Flüssigkeit in meinem Bauchraum. Für uns brach eine Welt zusammen und das freudige Erlebnis wurde auf einen Schlag zu einem Alptraum. Der Bluttest ergab jedoch, dass mein hCG bei 612 lag, weshalb es nicht ungewöhnlich war, dass man noch nichts sehen konnte. Da mittlerweile Abend war und die Ärztin sich nicht sicher war, wurde ich dann erstmal auf ein Zimmer gebracht und sollte mich am nächsten Morgen beim Oberarzt vorstellen.

Da meine Eltern ja noch nicht einmal wussten, dass ich einen positiven Schwangerschaftstest gemacht hatte, war es wirklich blöd ihnen nun sagen zu müssen, dass ich vielleicht eine Eileiterschwangerschaft hätte und im Krankenhaus bleiben muss. Notiz an mich selber: Vor Leuten, die man im Ernstfall an seiner Seite braucht, sollte man keine Geheimnisse haben!

04.01.2016 (4+2)
An diesem Morgen durfte ich zunächst zum Oberarzt. Dieser führte erneut einen Ultraschall durch und konnte auch nichts in der Gebärmutter sehen, nur die Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum. Er war jedoch der festen Überzeugung, dass man auf jeden Fall schon etwas sehen müsse (ich habe ihn extra darauf hingewiesen, dass seine Kollegin gestern sagte, dass es normal ist, dass man bei dem niedrigen hCG-Wert noch nichts sieht), schaute mir in die Augen und sage (sinngemäß): „Das ist eine Eileiterschwangerschaft! Vermutlich sind Sie auch schon in der 8. Woche und wenn wir jetzt nicht operieren, werden Sie sterben!“ (so klang es jedenfalls in meinen Ohren).

Ich war schockiert. Ich probierte noch ihm zu sagen, dass ich meine Temperatur messe und Eisprungtests benutze und dadurch eigentlich sicher bin, dass ich noch nicht so lange schwanger sein kann, doch ich stieß auf taube Ohren. Die von seiner Kollegin angesprochenen Möglichkeit einer geplatzten Zyste „konnte er zudem einfach nicht glauben“ (sein Wortlaut). Jedenfalls wollte er am liebsten jetzt sofort eine Bauchspiegelung machen und ich war völlig überfordert. Gestern war noch alles gut und nun sollte ich auf einmal entscheiden ob mir der Bauch aufgeschnitten wird. Ich konnte diese Entscheidung so einfach nicht treffen und bin völlig aufgelöst zurück auf mein Zimmer.

Da kam dann die Assistenzärztin und erklärte mir nochmal alles ganz in ruhe uns sehr lieb. Dann kam zum Glück endlich auch Finn und zusammen entschieden wir dann, dass wir den Eingriff machen. Der Arzt hatte mir doch ziemlich Angst gemacht und das Risiko des Eingriffs erschien mir kleiner als das der unbehandelten Eileiterschwangerschaft (von der ich im Geheimen immer noch nicht überzeugt war).
Fortsetzung in Teil 2

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