Das Baby lässt sich nicht beruhigen – Wenn Mama hilflos ist

Baby lässt sich nicht beruhigen
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Mein Baby lässt sich nicht beruhigen und ich als Mama leide. Wahrscheinlich erleben es die meisten Eltern irgendwann. Meist ist es Nacht oder Abend. Der Tag war vielleicht schon nicht ganz so toll und man ist ein bisschen froh, wenn es dunkel wird (oder man zumindest die Vorhänge zu ziehen kann) und man das Baby ins Bett bringt.

Vielleicht schläft das Baby noch ein. Vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall beginnt es auf einmal zu weinen. Es dreht und windet sich. Schreit. Herzzerreißend. Kreischt. Tränen kullern. Zuerst denk man noch, dass sich das Baby bestimmt gleich beruhigen lässt. Man schaukelt es ein bisschen. Streichelt. Singt. Steht auf und trägt es durchs Zimmer. Versucht zu Stillen, das Fläschchen zu geben. Prüft die Windel. Man hält es im Arm und redet gut zu.

Doch das Baby lässt sich nicht beruhigen.

Es weint, als wäre man gar nicht da. Als wäre die Welt ein ganz furchtbarer Ort.

Das Baby lässt sich nicht beruhigen und Eltern zweifeln an sich

Ich habe schon darüber geschrieben, dass ich nicht glaube, dass Eltern Schuld daran sind, dass ein Baby viel weint. Trotzdem wollen wir als Eltern natürlich zumindest in der Lage sein unser Baby zu beruhigen.

Wenn man zum ersten Mal Eltern wird, ist es am Anfang oft schwer das Baby zu beruhigen. Weil man nicht so recht einschätzen kann, was nun der Grund des Weinens ist und was man tun kann. Zum Glück lernt man dies in der Regel schnell. Doch auch später gibt es sie: Diese Tage (oder Nächte) an denen man machen kann was man will – das Baby lässt sich einfach nicht beruhigen.

Für alle Eltern ist das sehr schwer zu ertragen. Man fragt sich, ob man etwas falsch macht. Oder ob das Baby nicht krank ist oder gar starke Schmerzen hat. Als unser Babyjunge das erste mal so schrie und sich absolut nicht beruhigen ließ, habe ich völlig verzweifelt meine Hebamme angerufen. Abends um 22 Uhr.

Sie fragte, ob er Fieber hätte. Etwas ungewöhnliches passiert sei. Beides konnte ich verneinen. Daraufhin riet sie mir ihn genau zu beobachten (was ich natürlich sowieso tat) und einfach für ihn da zu sein.

Gründe für das Schreien

Ein Baby schreit natürlich nicht grundlos. Sein Schreien zeigt uns, dass etwas nicht in Ordnung ist. Von daher ist die natürliche Reaktion, dass wir als Eltern versuchen dieses Problem aus der Welt zu schaffen. Wenn ein Baby sich nicht beruhigen lässt, sollte man auf jeden Fall zunächst schauen, dass alle offensichtlichen Störfaktoren beseitigt sind.

Offensichtliche Störfaktoren, die man schnell beseitigen kann, können sein:

  • nasse oder volle Windel
  • Hunger
  • Müdigkeit
  • Bedürfnis nach Nähe
  • zu kalt / zu warm
  • unbequeme Kleidung
  • Dunkelheit
  • unbekannte Geräusche
  • unbequeme Position (z.B. im Kindersitz)

Manchmal ist aber alles in Ordnung und das Baby weint dennoch. In diesem Fall ist die Lösung des Problems leider nicht so einfach und manchmal können wir als Eltern sogar gar nichts tun. Wenn das Baby zum Beispiel Schmerzen hat, weil die Zähne kommen oder die Verdauung Probleme bereitet. Dann gibt es zwar Mittelchen, die helfen könnten, oft muss man die Situation aber einfach aushalten.

Ich glaube, dass es in diesen Situationen besonders wichtig ist, dass wir für unser Kind da sind. Auch wenn wir die Situation in dem Moment nicht ändern können, wir können unserem Kind zumindest zeigen, dass wir da sind. Kuscheln, streicheln, tragen, ganz viel Nähe kann dafür sorgen, dass das Baby sich bald beruhigt.

Doch wenn alles nichts hilft und das Baby sich partout nicht beruhigen lässt?

Akutmaßnahme: Meditation / Der Ort in mir

Es ist nicht oft vorgekommen, dass wir unser Baby gar nicht beruhigen konnten. Aber es kam vor. In diesen Nächten habe ich gemerkt, wie ich an meine Grenze komme. Ich habe so sehr mitgelitten, dass auch mir die Tränen kamen. Ich habe mich so hilflos gefühlt, dass ich mir die Haar raufen wollte.

Wenn das Baby nicht aufhört zu schreien, kommt man irgendwann an einen Punkt, an dem man nicht mehr kann. Es wird zu viel. Wenn man es sich erlauben kann, tut es gut dann kurz den Raum zu verlassen und dem Partner das Baby anzuvertrauen. Manchmal geht das aber nicht. Oder man will es nicht. Weil man sein Baby nicht im Stich lassen möchte (was man nicht tun würde, wenn man kurz hinaus geht, um Energie zu schöpfen, was sich für mich aber so anfühlte).

Ich wollte den Babyjungen in diesen Situationen nicht „verlassen“. Aber weil die Situation für mich extrem schwer zu ertragen war, habe ich mir einen mentalen Ausweg geschaffen. Ich habe mich hingesetzt, das Baby auf den Arm genommen, es geschaukelt und dabei vor mich hingesummt. Und dann habe ich versucht zu meditieren. Ich habe versucht alle Gedanken abzustellen. Einfach nur sein.

Ich habe mich zurück gezogen. Mental. Psychisch. Ich habe die Situation einfach ausgehalten ohne weiter zu kämpfen. Wenn Nichts hilft, dann hilft manchmal nur Aushalten.

Das waren keine schönen Momente. Aber irgendwann waren sie vorbei. Manchmal ist das Baby so in meinen Armen eingeschlafen. Manchmal hat es sich irgendwann einfach beruhigt und alles war wieder gut. Woran es lag? Ich weiß es nicht. Vielleicht waren Bauchschmerzen schuld. Vielleicht die Zähne. Vielleicht war der Tag einfach zu voll. Oder zu leer.

Wann sollte man sich an einen Arzt wenden?

Egal wie sehr wir sonst daran glauben: Manchmal können wir eben nicht alles kontrollieren. Wir sind nicht unfähig, weil wir es mal nicht schaffen unser Baby schnell zu beruhigen. Wir sind keine schlechten Eltern.

Letztendlich geht es uns Erwachsenen doch ähnlich. Manchmal kann uns niemand trösten oder beruhigen. Manchmal sind wir traurig, wütend, haben Schmerzen. Diese Gefühle kann unser Partner (oder andere Personen) uns nicht nehmen. Aber ich für meinen Teil wünsche mir, dass mein Partner zumindest für mich da ist. Und so verhalte ich mich auch bei unserem Baby.

Natürlich sollte man sein Baby dabei stets genau beobachten. Eventuell Fieber messen und wenn man sich Sorgen macht einen Arzt oder eine Hebamme kontaktieren. Wenn das Baby sonst sehr ausgeglichen ist, ist exzessives Schreien immer ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt. Manchmal verbirgt sich dahinter etwas, dass von allein vorüber geht (Zahnen, Verdauungsprobleme) aber es ist natürlich möglich, dass eine Erkrankung vorliegt.

Als Eltern kann man sein Kind und sein Verhalten meist ganz gut einschätzen. Wenn man das Gefühl hat, dass das Verhalten des Babys sehr ungewöhnlich ist und man sich Sorgen macht, ist es immer sinnvoll sich an eine Fachperson (Arzt, Hebamme, etc.) zu wenden.

Hast du solche Situationen auch schon erlebt? Wie hast du dich verhalten?

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Nele
von
Hi! Ich bin Nele. Erzieherin, Bachelor-Psychologin und seit 11/2016 Mama von einem bezaubernden Jungen. Hier auf meinem Mama-Blog erfährst du, was mich bewegt und beschäftigt.
Der Philips Avent 4-in-1 Babynahrungszubereiter im Alltag Mama-Pflege nach der Geburt: HiPP Mamasanft Straffender Balsam und kleine Übungen

Kommentare

    • Loreen
    • 3. September 2017
    Antworten

    Oh ja, diese Situation kenn ich. Ich hab das bei allen dreien erlebt. Bin mit dem Baby auf und ab gelaufen. Hab es geschaukelt, im tragetuch getragen und und und. Jede Minute wurde ich nervöser weil ich mich so hilflos gefühlt hab, und das merkt das kleine natürlich auch. Kaum war der papa da, war Ruhe….

      • Nele
      • 3. September 2017
      Antworten

      oh ja, ich kann mir vorstellen, dass das nochmal anstrengender ist, wenn man mehr als ein Kind hat (da bin ich manchmal echt froh, dass wir uns dann komplett auf den Kleinen konzentrieren können…)

    • Martina
    • 3. September 2017
    Antworten

    Zum Glück haben wir das selten. Wenns so ist, kuschel ich mit ihm und wir weinen dann meist beide, weil ich mit meinem kleiner Schatz so mitleide. Bin dann froh, wenn ich nicht alleine bin.

      • Nele
      • 3. September 2017
      Antworten

      Oh ja, das kann ich total nachvollziehen! Also beides: das zusammen weinen und das froh sein wenn man dann nicht alleine ist!

    • Svenja
    • 3. September 2017
    Antworten

    So richtig schlimm ist es bisher nur einmal vorgekommen.
    Es war relativ am Anfang und ich hatte noch sehr mit Babyblues und Stillproblemen zu kämpfen… und plötzlich schrie sie und wollte gar nicht mehr aufhören. Es war zwischen 2-3 Uhr Nachts, nachdem ich sie gefüttert hatte. Ich konnte machen was ich wollte, ich konnte sie nicht beruhigen und wollte schon meinen Freund/Papa der Kleinen wecken, damit wir ins Krankenhaus fahren.
    Er stand schließlich selbst auf, um nach uns zu sehen und nahm sie mir dann ab. 2 Minuten später war alles in Ordnung.
    Zu der Zeit war ich aber selbst eeeextrem unentspannt und fertig.
    Allerdings haben wir es manchmal noch während eines Schubes, dass sie Abends für maximal 30 Minuten schreit. Ich glaube, dass ihr in dem Moment mit dem Schub/den Zähnen/dem Erlebten alles zu viel wird, denn wenn wir noch versuchen, sie abzulenken, wird es schlimmer. Ich darf nur ruhig mit ihr auf der Couch sitzen (auch kein Singen oder Erzählen) und sie fest im Arm halten, bis alles vorbei ist. Manchmal lege ich noch eine dünne Stoffwindel über meine Schulter, damit sie etwas abgeschirmt ist. Dann wird es schnell wieder besser.

      • Maike
      • 3. September 2017
      Antworten

      Bei uns ist es genau so. Gerade eben auch wieder. Einfach im Arm halten und warten. Meist schläft sie dann ein

      • Svenja
      • 3. September 2017
      Antworten

      Manchmal schläft sie auch ein, aber immer öfter schaut sie mich danach mit großen Augen an und es ist alles wieder gut.
      Ich hab manchmal den Eindruck, dass sie einfach ihren Unmut über alles teilen muss, wie ein Erwachsener, der halt meckert/weint/tobt etc.

      • Nele
      • 3. September 2017
      Antworten

      Genau so ist es bei uns auch! Manchmal hilft nur festhalten und abwarten. Ist zwar echt hart für uns Mamas aber irgendwann ist es dann wieder ok…

      • Maike
      • 3. September 2017
      Antworten

      Ja, das stimmt. Ist ja auch blöd für die armen Kleinen

    • Sabrina
    • 3. September 2017
    Antworten

    Das kenne ich auch!

      • Janine
      • 3. September 2017
      Antworten

      Ohja ich hatte das ne lange Zeit jeden Tag über 3 Stunden

      • Nele
      • 3. September 2017
      Antworten

      Jeden Tag über 3 Stunden?? Oh man, ich glaube ich wäre durchgedreht… Es tut einem einfach soo Leid 🙁 Ich drücke dir die Daumen, dass es besser wir d(bzw. falls es das schon ist, dass es so bleibt 😉 )

    • Baria
    • 3. September 2017
    Antworten

    Kenne das zu gut vor allem von den ersten 3 bis 4 monaten
    Jetzt seit gestern ist es so! Aber es hilft mit der kleinen raus zu gehen. Für ein paar Minuten zu spazieren dann ist alles gut

      • Nele
      • 3. September 2017
      Antworten

      Stimmt, das hilft bei uns auch manchmal. Bei uns war es nur tiefster Winter als das das erste Mal passiert ist und draußen lag Schnee… Und anziehen mag er gar nicht (erst recht nicht, wenn er eh schon schlecht drauf ist..) Aber sonst klappt das echt gut!

    • Barbara
    • 3. September 2017
    Antworten

    Meine Große hat die ersten 4 Monate jeden Abend beim zu Bett gehen bis zu 2 Stunden gebrüllt und hat sich durch nichts beruhigen lassen. Stillen, tragen, schaukeln, nichts hat geholfen. Ich hab sie dann fest an mich gekuschelt, meistens mit ihr mitweinen müssen und so sind wir dann irgendwann vor Erschöpfung doch eingeschlafen. Mit Homöopathie und Craniosacraltherapie ist es dann besser geworden!

      • Nele
      • 3. September 2017
      Antworten

      Ohje, das hört sich auch sehr anstrengend an. Schön, dass ihr etwas gefunden habt, was geholfen hat!

    • Vivien
    • 3. September 2017
    Antworten

    Also unser kleiner Zwerg hat erst angefangen gehabt von 0-4 zu schreien und dann wurde es immer länger von 22-6 war dann das längste war eine sehr harte und anstrengende Zeit aber die haben wir dann nach 3 Monaten überstanden gehabt von heute auf morgen war es vorbei. Wir mussten ihn immer Tragen dann ist er kurz eingeschlafen 10min und dann ging es weiter. Bin unter der Woche immer alleine. War auch immer am mit weinen weil er mir so leid getan hat und ich nicht mehr wusste was ihm noch fehlen kann.

      • Nele
      • 4. September 2017
      Antworten

      Oh je, das hört sich ja auch schwer an. Schön, dass ihr diese Zeit herum bekommen habt! <3

    • Melissa
    • 4. September 2017
    Antworten

    Ja leider gibt es auch mal solche Situationen :/
    Aber auch die haben wir gemeistert 🙂

    • Claudia
    • 4. September 2017
    Antworten

    Diese Situation erlebt sicher jede Mutter einmal. Wenn der Tag zu anstrengend war und die Mäuse ihn nur schwer verarbeiten können. Da hilft nur, tragen, kuscheln und dabei bleiben. Starke Nerven und viel Liebe. <3

    1. Nele
      • Nele
      • 7. September 2017
      Antworten

      Genau so ist es. Wobei ich am Anfang echt nicht wusste, dass das irgendwie dazu gehört.. Ich dachte wirklich, dass ich „unfähig“ wäre. Darum finde ich den Austausch über solche Dinge besonders wichtig 🙂

    • Jeyann
    • 3. Februar 2018
    Antworten

    Ist zwar jetzt schon etwas her, aber ich schreibe trotzdem etwas dazu
    Ich kenne es auch von meinen beiden Kleinen, allerdings hat sich bei meinem zweiten Zwerg meine Sichtweise etwas verändert – was scheinbar auch ganz gut so ist…
    Wir Mamas sollten viel mehr auf unser Bauchgefühl hören, denn meistens sagt es uns das Richtige.

    1. Nele
      • Nele
      • 8. Februar 2018
      Antworten

      Das mit dem Bauchgefühlt stimmt auf jeden Fall! Leider ist das manchmal gar nicht so einfach aber ich arbeite auch dran 🙂

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