7+5: unser erster Termin im Geburtshaus

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Nachdem Finn und ich im Januar eher schlechte Erfahrungen mit dem Krankenhaus in unserer Nähe gemacht haben, stand mit dem positiven Schwangerschaftstest fest, dass wir unser Kind wenn möglich nicht dort bekommen möchten. Da ich aus verschiedenen Berichten entnommen habe, dass die Plätze für außerklinische Geburten begrenzt sind, habe ich mich schon in den ersten Wochen informiert wo man alternativ entbinden kann und habe dann auch schon einen Termin im Geburtshaus gemacht.

Am Freitag sind wir dann in aller Frühe aufgestanden um pünktlich dort anzukommen. Negativ aufgefallen ist uns als erstes, dass wir einige Minuten im Regen vor der Tür warten mussten, da noch niemand da war. Klar, wir waren auch etwa 4 Minuten zu früh und um kurz nach 9 Uhr (die vereinbarte Uhrzeit war 9 Uhr) ist die Hebamme dann auch gekommen, dann gab es allerdings noch ein paar Probleme mit der Heizung, die nicht funktionierte und es war sehr kalt in den Räumen. Da haben mich ehrlich gesagt erste Zweifel überkommen und ich fühlte mich nicht wirklich wohl. Etwas angenehmer wäre es gewesen, wenn die Hebamme 10 Minuten eher gekommen wäre, dann hätte sie schon vorher das Problem mit der Heizung lösen können (sie musste dazu einfach in den Keller und einen Hahn aufdrehen, soweit ich es verstanden habe), wir hätten nicht warten müssen und es wäre wahrscheinlich auch schon etwas wärmer gewesen.

Ich weiß wie es um die finanzielle Lage der Hebammen bestellt und ist würde mir sehr wünschen, dass ihre Arbeit angemessen bezahlt und wertgeschätzt würde (und die Versicherung bezahlbar wäre), auf der anderen Seite war es in dem Kindergarten, in dem ich gearbeitet habe auch üblich, dass man einige Zeit vor dem eigentlichen Dienstbeginn ankam um zu diesem wirklich fertig für die Kinder zu sein.

Trotzdem haben wir uns in Ruhe alle Räume angeschaut und dann lange mit der Hebamme darüber gesprochen was wir uns wünschen und warum wir ins Geburtshaus gekommen sind. Da ich dabei merklich fror, wurde mein Stuhl an die Heizung gerückt und mir eine Decke angeboten, was ich wiederum positiv zur Kenntnis nahm.

„Der größte Unterschied zwischen uns und der Klink? Wir machen eigentlich nichts. Wir warten, unterstützen und geben der Frau und dem Baby Zeit die Geburt im eigenen Tempo zu bewältigen.“
Das Gespräch drehte sich dann vor allem darum, was der Unterschied zwischen dem Geburtshaus und der Klink sei. So würde man im Geburtshaus in der Regel nicht in die Geburt eingreifen, sondern die Frauen lediglich unterstützen. Während in Kliniken schnell mit Wehen-Tropf, Dammschnitt oder gar einem Kaiserschnitt nachgeholfen wird, so wird im Geburtshaus (solange es Baby und Mama gut geht) viel abgewartet.

Für mich hörte sich das natürlich sehr schön an. Da ich sehr schmal bin, habe ich schon manchmal die Befürchtung, dass Ärzte lieber gleich einen Kaiserschnitt machen wollen, was ich absolut nicht einsehe. Klar, wenn es notwendig ist, werde ich jedem Eingriff zustimmen und alles hinnehmen aber nicht vorsorglich.

Insgesamt kam mir das, was die Hebamme so erzählte somit sehr entgegen. Allerdings ist eine Geburt im Geburtshaus mit deutlichen Kosten verbunden: In diesem Geburtshaus zahlt man ab Juli wahrscheinlich über 700 € für die 6-wöchige Rufbereitschaft von 2 Hebammen, wobei dieser Betrag im Grunde dafür gedacht ist die exorbitanten Kosten für die Versicherung der Hebammen auszugleichen. Diese Gebühr wird nicht von der Krankenkasse übernommen (wobei einige Kassen einen Zuschuss leisten, unsere jedoch nicht) und entfällt ganz, wenn man in einer Klinik entbindet.

Da wir uns zwar keine Sorgen ums Geld machen müssen, auf der anderen Seite aber auch nicht so viel haben, dass wir einfach mal so 700 € bezahlen können, die dann nicht woanders fehlen, ist dies schon ein Punkt, über den wir seitdem viel nachdenken. Hinzu kommt ja, dass wir in diesem Jahr noch viele weitere Ausgaben haben werden, da wir die komplette Erstausstattung für ein Baby kaufen müssen. Klar werden wir einiges geschenkt bekommen und sicher können wir auch das ein oder andere gebraucht kaufen aber dennoch werden wir da ein bisschen Geld extra benötigen.

So sind wir mit gemischten Gefühlen aus diesem Gespräch gegangen und sind nun viel am überlegen. Zum Glück haben wir 14 Tage Zeit eine Entscheidung zu treffen und diese Zeit werden wir auch nutzen. Um alle Alternativen wirklich bewerten zu können, werden wir zudem noch einmal die verschiedenen Klinken im Umkreis anschauen und zu den Info-Veranstaltungen gehen – auch zu der Klinik, mit der wir so unzufrieden waren weil mir nun schon einige Freundinnen erzählte haben, dass die Geburtsstation sehr gut sei.

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Nele
von
Hi! Ich bin Nele. Erzieherin, Bachelor-Psychologin und seit 11/2016 Mama von einem bezaubernden Jungen. Hier auf meinem Mama-Blog erfährst du, was mich bewegt und beschäftigt.
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